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Schweinegrippe: Angst vor der Pandemie:Bayern bestätigt ersten deutschen Fall

Die Schweinegrippe ist in Deutschland angekommen: In Bayern hat sich ein Verdachtsfall bestätigt. Bis zum Nachmittag soll feststehen, ob eine Frau in Hamburg mit dem Virus aus Mexiko infiziert ist.

Die Schweinegrippe ist in Deutschland angekommen. Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums hat sich ein Verdachtsfall bestätigt. Dies hätten Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts ergeben, teilte das Ministerium mit. Es handele sich um einen Patienten aus der Nähe von Regensburg. Nähere Einzelheiten will das Ministerium am Vormittag auf einer Pressekonferenz in München mitteilen.

Schweinegrippe, dpa

Die Verwendung von Infektionsschutzanzügen demonstrieren zwei speziell ausgebildete Experten der Berufsfeuerwehr in einem Rettungswagen in Frankfurt.

(Foto: Foto: dpa)

Die Regierung der Oberpfalz bestätigte Medieninformationen, dass es sich um einen Mann aus dem südlichen Landkreis Regensburg handelt, der vor einer Woche mit einer Reisegruppe aus Mexiko zurückgekehrt war. Er sei zuerst im Krankenhaus von Mallersdorf-Pfaffenberg (Landkreis Straubing-Bogen) behandelt worden und dann am Dienstag ins Universitätsklinikum in Regensburg verlegt worden, sagte ein Sprecher der Behörde. Die anderen etwa zehn Teilnehmer der Mexiko-Reise seien informiert worden, es gebe aber in diesem Kreis keinen weiteren Verdachtsfall.

Bei dem Patienten handelt es sich um einen der insgesamt drei Verdachtsfälle im Freistaat, über die Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) am Vortag informiert hatte. Seither waren die Behörden intensiv damit beschäftigt, Klarheit über eine mögliche Infektion mit dem Virus zu schaffen. Jeweils einen weiteren Verdachtsfall gibt es im Raum Kulmbach und im Raum Donauwörth.

Nach einem Bericht der Augsburger Allgemeinen stand der Mexiko-Urlauber aus Donauwörth in seinem Haus unter Quarantäne. Ein erster Schnelltest habe aber Entwarnung gegeben. In Bayern sind derweil für 20 Prozent der Bevölkerung Medikamente wie Tamiflu und Relenza für den Notfall eingelagert. Darüber hinaus verfügen auch Krankenhäuser und Apotheken über die antiviralen Medikamente.

Unterdessen bereitet sich der Münchner Flughafen auf die Ankunft eines Flugzeuges aus Mexiko vor, das gegen Mittag erwartet wird. Der Airbus 330 mit Platz für 275 Passagiere kommt aus Cancun und soll um 12.00 Uhr landen. Sollten an Bord des Fluges LT 1415 Reisende mit verdächtigen Symptomen sein, wird die Maschine an eine isolierte Abstellposition geleitet. Betroffene sollen dann je nach Ergebnis ärztlicher Untersuchungen in eine Isolierstation gebracht werden.

Bis zum Nachmittag soll auch feststehen, ob eine im Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) behandelte Frau mit dem mutierten Virus aus Mexiko infiziert ist. Nach Informationen der Financial Times Deutschland war bei ihr der Virus-Subtyp H1N1 nachgewiesen, zu dem außer dem Schweinegrippe-Erreger auch der der aktuell zirkulierende gewöhnliche Grippe gehört.

Der Virologe Stephan Günther vom Hamburger Tropeninstitut nannte den Verdacht in der Hansestadt "hochgradig". Den Klinikangaben zufolge war die Patientin aus Mexiko über Düsseldorf nach Hamburg zurückgekehrt. Sie sei nach ihrer Ankunft im Krankenhaus isoliert und eingehend untersucht worden. Die junge Frau sei sofort mit den entsprechenden Medikamenten behandelt worden. Es gehe ihr den Umständen entsprechend gut.

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