PsychologieWer nichts schreibt, verrät sich auch

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Wie viel jemand schreibt, kann mehr über seine Einstellungen verraten, als der Inhalt des Geschriebenen.
Wie viel jemand schreibt, kann mehr über seine Einstellungen verraten, als der Inhalt des Geschriebenen. imago stock&people/imago/Westend61

Weil Schreiben so viel Mühe kostet, könnte bereits die reine Textmenge politische Überzeugungen verraten – und zwar besser als klassische Umfragen.

Von Sebastian Herrmann

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Das Zitat streunt seit Jahren durch die Welt. Mal wird es dem 1902 gestorbenen Romancier Frank Norris zugeordnet, mal gelten die später geborenen Autorinnen Dorothy Parker oder Gloria Steinem als Urheberinnen des Ausspruchs. So nebulös die Herkunft des Doppelsatzes wohl bleibt, so präzise beschreibt er den Schmerz des Schreibens: „Ich schreibe nicht gerne. Ich habe gern geschrieben“, lautet also das Zitat. So ist es: Zu schreiben ist großartig, sobald es vorbei ist, die Sätze aus dem Hirn gequetscht sind, die Zeilen Form und Inhalt gefunden haben und der zu formulierende Gedanke einem nicht mehr ins Genick beißt. Etwas zu schreiben, das über reine Routine oder kürzeste Dinge hinausgehe, sei „das geistige Äquivalent, Gräben auszuheben“, erklärte dazu auch der Kognitionspsychologe Ronald Kellogg in seinem 1994 erstmals erschienenen Buch „The Psychology of Writing“.

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