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Geschichte:Der Schatz der Spione

The recovery of Discoverer 14 return capsule (typical for the CORONA series).

Die Aufnahmen des ehemaligen Spionageprogramms erleben derzeit eine Renaissance.

(Foto: Wikimedia commons/Air Force/public domain)

Das Satelliten-Programm Corona der CIA erkundete vor mehr als einem halben Jahrhundert die geheimsten Orte der Sowjetunion und ihrer Verbündeten. Heute sind die Aufnahmen eine wertvolle Quelle für die Forschung: Sie dokumentieren Kahlschlag, belegen Gletscherschwund und führen zu neuen archäologischen Entdeckungen.

Von Angelika Franz

Für Militärhistoriker, die sich mit der Ära des Kalten Krieges beschäftigen, steht Corona für eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Corona hat dem US-amerikanischen Militär Informationen über sowjetische Raketenbasen beschafft. Dank Corona konnten die US-Strategen U-Boote und Kampfflugzeuge der UdSSR zählen. Corona zeigte ihnen, wo Raketenabwehrsysteme, Atomwaffenlagerstätten, Militärbasen und Flottenstützpunkte der feindlichen Großmacht zu finden waren. Es enthüllte den Standort des Weltraumbahnhofs Plessezk im Norden Moskaus ebenso wie den sowjetischer Raketen am Suezkanal in Ägypten und von Nuklearstützpunkten in China. Militärhistoriker denken bei dem Wort Corona nicht als Erstes an ein Virus, sondern an ein geheimes Satellitenprogramm, das zwischen 1959 und 1972 erstmals detaillierte fotografische Aufnahmen von Regionen lieferte, die US-Amerikaner zu Zeiten des Kalten Krieges niemals hätten betreten dürfen.

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