Der Forst- und Bodenwissenschaftler Reinhard Hüttl hat sich öffentlich oft für Transparenz und Anstand ausgesprochen. "In den Kontexten, die ich beeinflussen kann, herrscht bei Verstößen gegen die Ehrlichkeit wirklich Null-Toleranz", erklärte er 2018 in einem von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) veröffentlichten Interview - lange war er deren Präsident, zuletzt Vizepräsident. Doch die Karriere des Forschers und Politikberaters nahm nun eine abrupte Wende: Das Bundesforschungsministerium kündigte seinen Vertrag als Vorstand des Deutschen Geoforschungszentrums Potsdam (GFZ) fristlos, das GFZ-Kuratorium sieht "keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit". Dahinter stehen Vorwürfe, die dem Vertrauen in die Wissenschaft immens schaden dürften, sollten sie sich bestätigen.
Unabhängigkeit der WissenschaftSchwere Vorwürfe gegen Forschungsmanager
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Der Bodenwissenschaftler Reinhard Hüttl ist einer der bestvernetzten Forschungsmanager und Politikberater Deutschlands. Doch nun ermittelt die Staatsanwaltschaft - wegen Verdachts auf Untreue, Betrug und Vorteilsannahme.
Von Hinnerk Feldwisch-Drentrup
