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Raumsonde Hayabusa-2:Nach 300 Millionen Kilometern endlich am Ziel

Der Rover-1B hat dieses Bild von der Oberfläche des Asteroiden Ryugu gemacht.

(Foto: AP)

Zwei Roboter-Kundschafter der japanischen Raumsonde "Hayabusa-2" sind auf dem Asteroiden Ryugu gelandet. Sie sollen helfen, den Ursprüngen unseres Sonnensystem auf die Spur zu kommen.

Zwei kleine Roboter-Kundschafter der japanischen Raumsonde Hayabusa-2 sind 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt auf dem Asteroiden Ryugu gelandet. Das gab die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa bekannt. Die beiden trommelförmigen Roboter sollen vor dem für Oktober geplanten Aufsetzen der deutsch-französischen Landeeinheit Mascot Aufnahmen von der Oberfläche des Himmelskörpers machen und die Temperatur auf dem Asteroiden messen.

Die Keksdosen-großen Roboter untersuchen nun hüpfend die Oberfläche des Asteroiden. Sie können bis zu 15 Meter hoch springen und so bis zu 15 Minuten über der Oberfläche schweben. Jaxa-Projektleiter Yuichi Tsuda zeigte sich "sehr stolz" über die weltweit erste bewegliche Roboter-Observation auf einem Asteroiden. 2005 war eine ähnliche Mission auf einem anderen Asteroiden gescheitert.

Roboter-Kundschafter von Raumsonde landen auf Asteroiden

Diese Computergrafik zeigt die beiden zylinderförmigen und solarbetriebenen Rover "1A" und "1B".

(Foto: dpa)

Die Forscher wollen mit der Mission den Ursprüngen unseres Sonnensystems auf die Spur kommen. Die beiden Kundschafter Rover-1A und Rover-1B mit dem gemeinsamen Namen Minerva II sollen zusammen Stereo-Aufnahmen von der Oberfläche des Asteroiden machen.

Hayabusa-2 startete im Dezember 2014 in Japan und erreichte nach fast vier Jahren im All Ende Juni ihr Ziel. Höhepunkt der Mission soll die Entnahme von Material der Oberfläche des Asteroiden sein, der einen Durchmesser von 950 Metern hat. Dazu soll die Sonde im Oktober ein zwei Kilogramm schweres Kupfer-Objekt auf den Asteroiden abfeuern, der einen kleinen Krater in den Asteroiden schlagen soll. Die Sonde soll sich dem Asteroiden während der Mission so sehr nähern, dass sie im dichten Überflug abgesprengtes Material einsaugen und im Jahr 2020 zur Erde bringen kann.

Dieses Bild machte der Rover "1A" von der Oberfläche des Asteroiden.

(Foto: AFP)

Erforscht werden soll unter anderem, ob das Wasser auf der Erde in Teilen auch von Asteroiden stammen könnte. Der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und von der französischen Raumfahrtagentur CNES entwickelte Lander Mascot (Mobile Asteroid Surface Scout), dessen Landung auf dem Asteroiden Anfang Oktober erfolgen soll, wird auf Ryugu bleiben.

Der Name Ryugu steht für den Unterwasserpalast eines Drachenkönigs aus der japanischen Überlieferung.

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