Raumfahrt:Europäischer Raumtransporter an ISS angedockt

Andock-Manöver: Raumtransporter ´Albert Einstein"

Raumtransporter Albert Einstein nähert sich der ISS an

(Foto: dpa)

Käse, Erdbeeren und neue Kleider - der Raumfrachter "Albert Einstein" hat nach zehn Tagen die Inernationale Raumstation erreicht, deren Besatzung er mit fast sieben Tonnen Nachschub versorgt. Gebaut wurde er in Deutschland.

Der in Deutschland gebaute unbemannte Raumtransporter Albert Einstein hat nach zehntägigem Flug an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Das unbemannte Versorgungsschiff brachte fast sieben Tonnen Nachschub, darunter Forschungsgeräte sowie Kleider und Lebensmittel in den Orbit.

Das Kopplungsmanöver fand 400 Kilometer über dem Pazifik statt, wie die Flugleitzentrale bei Moskau am Samstag mitteilte. Die sechs Raumfahrer auf der ISS wollen an diesem Montag die Luken öffnen und den Transporter entladen.

Die Europäische Weltraumorganisation Esa hatte beim Andocken mit einer Geschwindigkeit von 28.000 Stundenkilometern den Ausfall einer Steuereinheit bemerkt. Sie musste der Agentur Interfax zufolge auch zunächst die Laserreflektoren testen.

Die Andockbestätigung "The hooks are closed" kam deshalb rund 22 Minuten später als geplant. "Ein so sanfter Kontakt zwischen einem Raumfahrzeug von der Größe eines Doppeldeckerbusses und einer 20-mal so großen Station ist eine außergewöhnliche Leistung", erklärte Thomas Reiter, Esa-Direktor für bemannte Raumfahrt in einer Pressemitteilung.

Die drei Russen, zwei US-Amerikaner und ein Italiener auf der Station dürfen sich nun unter anderem auf Erdbeeren, Tiramisu, Parmesankäse sowie neue Schlafanzüge und Socken freuen. Der etwa 20 Tonnen schwere, nach dem Physiker Einstein benannte Transporter vom Typ ATV (Automated Transfer Vehicle) ist das größte und technisch ausgefeilteste Raumfahrzeug, das je in Europa entwickelt worden ist.

Er wurde wie die Ariane von der EADS-Tochter Astrium gebaut, die einen ihrer größten Standorte in Bremen hat. Am 28. Oktober soll Albert Einstein mit Müll von der ISS ablegen und über dem Ozean verglühen.

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(Foto: Getty Images)

Die rund 450 Millionen Euro teure Mission sei auch eine "Hommage" an den dreitägigen Flug der ersten Frau im Kosmos, sagte ein Mitarbeiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos. Valentina Tereschkowa war vor 50 Jahren, am 16. Juni 1963, ins All gestartet. Albert Einstein ist das vorletzte Versorgungsschiff, mit dem Europa seinen Anteil an den ISS-Kosten begleicht. Wohl im Juni 2014 startet die Esa ihren fünften, vorerst letzten Frachter Georges Lemaître.

© SZ vom 17.06.2013/mcs
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