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Raumfahrt:Die Esa will zum Mond

Bis spätestens 2018 möchte die Europäische Weltraumbehörde eine Raumfähre zum Erdtrabanten schicken. Wie das Raumschiff aussehen könnte, soll nun geprüft werden.

Die Europäische Weltraumbehörde Esa möchte bis spätestens 2018 eine Raumfähre zum Mond senden. Allerdings wollen die Europäer nicht wie die Amerikaner vor Jahrzehnten Astronauten hinaufschicken, sondern ein unbemanntes Raumschiff. Wie dieses aussehen soll und welche Technologien für eine automatische Landung nötig sind, soll nun die EADS-Raumfahrttochter Astrium in einer Studie für die Esa feststellen.

ESA will auf dem Mond landen

Die Mondoberfläche ist von Kratern übersät. Dasmacht die Landung einer Raumfähre schwierig. Die Esa möchte bis 2018 ein solches Gefährt zum Erdtrabanten schicken. 

(Foto: dpa)

Das sichere und weiche Aufsetzen auf dem Erdtrabanten gilt dabei als besonders schwierig - nicht nur wegen der geringen Schwerkraft und der schlechten Lichtverhältnisse. "Die größte Herausforderung ist, dass wir heute die Beschaffenheit der potenziellen Landeplätze nur ungenügend kennen", sagte der Leiter des Bremer Astrium Werks, Michael Menking. Die Mondfähre muss Hindernisse, steile Hänge und Krater beim Anflug erkennen, ihnen ausweichen und dann selbstständig einen geeigneten Landeplatz suchen können. "Hierzu sind vollständig neuartige Navigationstechniken nötig."

Denkbar ist, dass Komponenten wie Triebwerke und Sensoren aus dem Europäischen Raumtransporter ATV zum Einsatz kommen, den ebenfalls Astrium baut. Das zehn Meter lange Versorgungsschiff dockt automatisch an der Internationalen Raumstation ISS an, was aber deutlich leichter als eine Mondlandung ist. Deshalb müssen die Astrium-Ingenieure ein neues Design entwickeln.

Die Ergebnisse der Studie sollen Ende 2011 vorliegen. Sie wird auch ein detailliertes Konzept für die Mission und deren Kosten enthalten. Zwischen 2016 und 2018 soll das umbemannte Raumschiff nach den Vorstellungen der Esa am Südpol des Mondes aufsetzen. Ein Mondrover soll das "Museum des Weltalls" dann mehrere Monate lang erforschen.

Dadurch erhofft sich die Esa Erkenntnisse, wie unser Planetensystem und die Erde entstanden sind. "Zudem sind wir in nur drei Tagen auf dem Mond und können ihn damit als perfekte Plattform zur Erprobung der Technologien nutzen, mit denen wir später andere Planeten erforschen wollen", ergänzte Menking.

6,5 Millionen Euro erhält Astrium von der Esa für die Studie. Diese soll als Basis für die nächste Esa-Ministerratssitzung dienen, bei der die Mitgliedsländer über die Finanzierung der Mondmission entscheiden sollen.