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Psychologie:Wenn Menschen in Misstrauen baden

Politischer Aschermittwoch - CSU

Empörung ist der Sprit, der Diskussionen antreibt und eskalieren lässt. Am Stammtisch wie in der politischen Debatte.

(Foto: dpa)

Wenn das Vertrauen bröckelt, bricht die Zeit der selbstgerechten Heuchler an: Dann gestatten sich Menschen, was sie anderen niemals durchgehen ließen. Worin das endet? In andauernde Empörung.

Von Sebastian Herrmann

Wenn der Mob durch die sozialen Prangermedien tobt, werden Verurteilungen im Schnellverfahren ausgesprochen. Milde haben die Angeklagten nicht zu erwarten, sie bekommen die volle Härte kollektiver Ächtung zu spüren. Von welcher Seite die Verurteilungen ausgesprochen werden - von rechts, von links, von Männern, von Frauen, von Trump-Gegnern, von Trump-Anhängern, von Autofahrern, von Radfahrern -, spielt keine Rolle: Die verfeindeten Fraktionen ähneln sich in heuchlerischer Selbstgerechtigkeit und schießen im Namen des Guten über das Ziel hinaus. In dieser Zeit des politischen Chaos in den Ländern des sogenannten Westens entgleist der Ton im permanenten Geschrei der Entrüstung gerade vollends - als heilige moralische Selbstgerechtigkeit alle Mittel.

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