Psychologie:Der Weg der Sorgen

Lesezeit: 2 min

Mann

Vernunft oder Gefühl: Worauf hören wir in Zeiten der Ungewissheit?

(Foto: George Coletrain/ Unsplash)

Die meisten Menschen halten sich selbst für rational und vernünftig. Doch wer Nöte hat, Angst, Unsicherheit oder Stress empfindet, verlässt sich auf andere Dinge als Daten und Studien.

Von Sebastian Herrmann

Geschwärmt hat sie, die beste Freundin. Ein irrer Gewinn an Lebensqualität sei das, seit sie ihre Beschwerden endlich in den Griff bekommen hat. Sei auch ganz einfach gewesen, erzählt sie weiter: Dieser Heilpraktiker habe lediglich ihre Ernährung umgestellt, ein paar Blockaden gelöst und diesen tollen Heiltee empfohlen. Ehrlich, ein Wunder, musst Du unbedingt probieren, hilft Dir ganz sicher auch mit Deinen Beschwerden, sind ja eh ganz ähnlich. Die erste und entscheidende Reaktion auf verbreitete Gesundheitsberatungen wie diese sollte aus einer tüchtigen Dosis Skepsis bestehen. Eigentlich. Aber was tun, wenn es einen selbst zwickt? Der Mediziner, den man um Rat gefragt hatte, erzählte irgendwas von Studienlage, von Leitlinien, doppelt verblindeten, placebo-kontrollierten Studien und wackeliger Evidenz. Puh, da kommt man auch nicht weiter. Am Ende schenken die meisten Menschen dann also doch den Anekdoten ihrer Freunde und Bekannten Glauben - probieren wir halt diesen Tee, was soll schon passieren?

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Medizin
Ist doch nur psychisch
Mature woman with eyes closed on table in living room; Mental Load Interview Luise Land
Psychische Gesundheit
"Mental Load ist unsichtbar, kann aber krank machen"
Digitalisierung
KI, unser Untergang?
Altersunterschiede in der Liebesliteratur
Die freieste Liebe
We start living together; zusammenziehen
Liebe und Partnerschaft
»Die beste Paartherapie ist das Zusammenleben«
Zur SZ-Startseite