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Psychologie:Die Vermessung des Bösen

böses

Weisen die Persönlichkeiten von Menschen, die Böses tun, Gemeinsamkeiten auf?

(Foto: Jaanus Jagomagi / Unsplash)

Zu welchen schlimmen Taten ist jemand fähig? Der "D-Faktor" soll den dunklen Kern einer Persönlichkeit erkennbar machen, wie eine Art Quotient der Niedertracht.

Am Bösen arbeiten sich die Menschen seit Urzeiten ab. Seit jeher angeln sie in seelischen Abgründen und hoffen dabei, Erklärungen ans Licht zu ziehen: Was um Himmels willen befähigt Menschen dazu, andere zu quälen, zu verstümmeln, zu foltern, zu töten oder zu misshandeln? Auf welche Namen hören diese inneren Dämonen, die zu solch unfassbaren Taten anstiften? Das Böse trage viele Gesichter, das sich in verschiedenen Persönlichkeitsfacetten äußere, so lautete bisher die Antwort der Wissenschaft auf die Frage nach den Fundamenten des Abscheulichen. Sadisten begehen demnach aus anderem inneren Antrieb Untaten als etwa Psychopathen; und in einem Machiavellisten hausen andere Geister als in Egoisten oder Narzissten. Das mag ja sein, und jede Untat geschieht aus ganz eigenen Gründen und unter einzigartigen Umständen. Dennoch, vielleicht hat das Böse in den Menschen doch einen gemeinsamen Kern. Gerade haben Psychologen um Morten Moshagen von der Universität Ulm eine Studie im Fachblatt Psychological Review veröffentlicht, die diesen Gedanken nahelegt: Die Wissenschaftler postulieren darin einen sogenannten D-Faktor der Persönlichkeit, der das Böse auf wenige grundlegende Prinzipien zurückführt.

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