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Psychologie:Machst du dich lustig?

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Humor steigert die Attraktivität eines Partners.

(Foto: imago/Science Photo Library)
  • Humor zu teilen und gemeinsam zu lachen, bringt Menschen zusammen und lässt auch Paare gemeinsames Glück erleben.
  • Forscher sind jetzt der Frage nachgegangen, was in der Beziehung passiert, wenn ein Partner über den anderen lacht.
  • Für manche Persönlichkeitstypen ist das kränkend, anderen macht es Spaß, sich in einer Beziehung zum Clown zu machen.

Im Leben gibt es viele verschiedene Arten, zu verhungern. Eine davon ergibt sich in Gesprächen mit unbekannten Menschen. Die Neulinge sitzen einander gegenüber, das Gespräch ist freundlich, aber fad, und schließlich startet man den Versuch, mit einem Scherz die Sache aufzulockern und eine sogenannte gemeinsame Wellenlänge zu finden. Doch die derart Bescherzten schweigen, keine Reaktion. Noch ein Versuch. Wieder krepiert der Witz - verhungert, da existiert keine gemeinsame Wellenlänge.

Den Humor aber zu teilen und gemeinsam zu lachen, bringt Menschen zusammen und lässt auch Paare gemeinsames Glück erleben. Gerade haben nun die Psychologen Kay Brauer und René Proyer von der Universität Halle-Wittenberg gezeigt, dass es in Beziehungen auch eine Rolle spielen kann, ob die Beteiligten über sich selbst lachen können oder sich davor fürchten, von anderen ausgelacht zu werden. Ähneln sich die Liebenden auch darin, profitiert ihre Partnerschaft, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Journal of Research in Personality.

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"Frühere Studien haben gezeigt, dass viele Menschen bei der Partnerwahl großen Wert darauf legen, dass ihr Partner oder ihre Partnerin einen Sinn für Humor hat und gerne lacht", sagt Proyer. Meistens liegt der Ball dabei im Spielfeld des Mannes: So haben Forscher um Glenn Weisfeld in einer großen Vergleichsstudie gezeigt, dass es in Ehen in den USA, Großbritannien, China und der Türkei vor allem die Kerle waren, die für Lacher sorgten. Nur in Russland waren die Frauen die Humorbeauftragten in der Beziehung. In sämtlichen Fällen galt: Wird viel gemeinsam gelacht, stimmt es auch in der Partnerschaft.

Wie aber verhält sich das, wenn über einen der Partner gelacht wird? Diese Frage versuchten die Psychologen Brauer und Proyer in ihrer Studie mit 154 heterosexuellen Paaren zu ergründen. Menschen reagieren sehr unterschiedlich darauf, wenn über sie gelacht werde, so die Forscher. Für etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung gleiche es einer Kränkung, wenn sich Gelächter an ihnen entzündet.

Dahinter verbirgt sich ein entsprechendes Persönlichkeitsprofil: Diese Menschen sind eher neurotisch und introvertiert. Lachen interpretieren sie als bösartigen Angriff und Versuch, sie lächerlich zu machen. Personen mit dieser Disposition schätzten laut Studie die Qualität ihrer Beziehung eher schlechter ein und waren tendenziell auch mit ihrem Sexleben unzufrieden.

Wer gerne den Clown gibt, ist mit seinem Sexleben tendenziell zufriedener

Anders verhielt es sich bei jenen, die es durchaus genießen, Ziel von Gelächter zu sein. Diese Personen interpretieren Lacher auf ihre Kosten als Zeichen von Anerkennung und erzählen gerne Anekdoten, in denen sie sich selbst als Tollpatsch oder Trottel darstellen, und genießen es, so Aufmerksamkeit zu erfahren.

Für solche Personen entdeckten die Psychologen positive Effekte auf die Qualität ihrer Partnerschaften: "Frauen berichten häufiger, mit ihrer Beziehung eher zufrieden zu sein und sich stärker von ihrem Partner angezogen zu fühlen", sagt Proyer. "Für sie und ihre Partner galt zudem, dass beide mit ihrem Sexleben eher zufrieden waren."

Insgesamt beobachteten die Forscher, dass sich die Paare in ihren Lach-Profilen recht ähnlich waren. Gleich und Gleich scherzt eben gerne oder lässt diese Sache mit dem Humor lieber sein.

Wenn die Partner jedoch gerne über andere spotten, zeigte das keine Auswirkungen auf die erlebte Qualität der jeweiligen Beziehung. Nur eines beobachteten die Forscher für diese Persönlichkeiten: Sie stritten sich etwas häufiger. Auch das liegt nahe. Wer sich über andere lustig macht, ist ein eher wenig gut verträglicher Mensch.

Es ist also wichtig, gemeinsam lachen zu können und dabei die gleichen Gefühle zu haben. Doch der beobachtete Effekt sei klein, so die Forscher. Anders gesagt: Da sind noch ein paar andere wichtige Faktoren, die über die Qualität einer Beziehung mitentscheiden.

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