PolarlichterDeutschland sieht Rot, Grün und Pink

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Polarlichter am frühen Mittwochmorgen in Bayern.
Polarlichter am frühen Mittwochmorgen in Bayern. (Foto: -/-/onw-images/dpa)
  • Mehrere heftige Sonneneruptionen vom 9. bis 11. November führten in der Nacht auf Mittwoch zu Polarlichtern bis nach Bayern und Baden-Württemberg.
  • Die von den Sonnenstürmen zur Erde gelangenden elektrisch geladenen Teilchen verformen das Erdmagnetfeld; bei starken Stürmen so sehr, dass auch in Deutschland Polarlichter sichtbar sein können.
  • In den nächsten zwei Nächten bestehen weitere Chancen auf Polarlichter aufgrund eines weiteren Sonnensturms, eine Garantie gibt es jedoch nicht.
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Ein kräftiger Sonnensturm, klare Sicht und ein guter Standort – in der Nacht leuchtete der Himmel bis nach Bayern. Wer es verpasst hat: In den kommenden Nächten gibt es neue Chancen.

Von Fabian Kulle

Es sind ungewöhnliche Aufnahmen, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit Webcams in den Bayerischen Alpen gemacht hat. Zwischen vier und fünf Uhr in der Nacht auf Mittwoch haben die Geräte Polarlichter aufgezeichnet, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes sagt. Auch in weiten Teilen Baden-Württembergs seien rötliche, pinke und teils grüne Lichteffekte zu sehen gewesen, sagt Carolin Liefke, stellvertretende Leiterin am Haus der Astronomie in Heidelberg.

Grund für das Schauspiel am Himmel sind mehrere heftige Sonneneruptionen, die sich laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zwischen dem 9. und 11. November ereignet haben. Einer dieser Ausbrüche sei laut DLR einer der energiereichsten der vergangenen Jahre gewesen.  Diese Eruptionen sorgen dafür, dass Protonen, also elektrisch geladene Teilchen, in Richtung Erde geschleudert werden. „Diese energiereichen Sonnenstürme brauchen ungefähr einen Tag, bis sie auf die Erde treffen“, sagt Jürgen Matzka, Leiter der Arbeitsgruppe Geomagnetismus am Helmholtz-Zentrum für Geoforschung in Potsdam.

Polarlichter sind in Deutschland nur etwa alle elf Jahre zu sehen

„Der Sonnenwind bringt jederzeit Energie in Richtung Erde“, sagt Matzka. Im Normalzustand sorge das Magnetfeld der Erde dafür, dass die elektrisch geladenen Teilchen an die Pole gelenkt werden. Daher seien Polarlichter in den höheren Breiten regelmäßig zu beobachten.  „Bei einem starken Sonnensturm trifft aber so viel Energie auf einmal auf die Erde, dass sich Regionen, in denen die Polarlichter zu sehen sind, bis nach Mitteleuropa ausweiten“, so Matzka. Neben den starken Sonnenstürmen im Mai und September vergangenen Jahres werde dieser laut Matzka vermutlich der drittstärkste der vergangenen Jahre gewesen sein.

Grund für das vermehrte Auftreten starker Sonnenstürme ist die aktuelle Phase des Sonnenzyklus. Alle elf Jahre kehrt sich das Magnetfeld der Sonne um, dabei entstehen vermehrt Sonnenflecken. Diese kühleren Flächen auf der Oberfläche können dann Sonnenstürme auslösen. „Die Zeit, in der die meisten Sonnenflecken zu beobachten waren, liegt bereits hinter uns“, sagt Matzka

Die Sonnenstürme im vergangenen Jahr sorgten teilweise für Störungen in GPS Systemen. Auch dieser Sonnensturm kann laut DLR satellitengestützte Navigationssysteme beeinflussen. Genaue Vorhersagen seien allerdings schwierig zu treffen.

Wer das seltene Himmelsphänomen am frühen Mittwochmorgen verpasst hat, bekommt möglicherweise eine weitere Chance. Carolin Liefke vom Haus der Astronomie sagt: „Die nächsten zwei Nächte kann man durchaus noch mal auf Alarmstellung bleiben.“ Dank eines weiteren Sonnensturms könnten weitere Polarlichter entstehen. Eine Garantie gebe es aber nicht, und die genaue Zeit lasse sich schwer vorhersagen. Das hänge auch davon ab, wie schnell die Teilchen von der Sonne zur Erde unterwegs sind. Auch Jürgen Matzka sieht gute Chancen für Polarlichter in der kommenden Nacht.

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