SZ-Podcast "Auf den Punkt":Wie der Krieg in der Ukraine den Welthunger verschlimmert

Die Ukraine war bislang einer der größten Weizenexporteure. Der russische Angriff bedroht die Ernten und löst eine globale Ernährungskrise aus.

Von Tami Holderried

Die Ukraine und Russland werden auch die "Kornkammer der Welt" genannt. Die Böden dort sind besonders fruchtbar und deshalb wird sehr viel Getreide angebaut, vor allem Weizen und Mais. Diese Nahrungsmittel werden dann in die ganze Welt, aber vor allem auch in den Nahen Osten und in Teile Afrikas und Asiens exportiert.

Aber seit dem 24. Februar ist nichts mehr wie vorher. Die Lebensmittel aus der Region werden wegen des Kriegs in der Ukraine und wegen Handelsbeschränkungen mit Russland teilweise nicht mehr geliefert. Und die Preise für Nahrungsmittel steigen weltweit. Martin Frick, Direktor des Welternährungsprogramms in Berlin, warnt vor schlimmen Folgen, vor allem in den ärmsten Ländern der Welt. Dort müssten viele Familien schon jetzt bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. "Das heißt, wenn dann die Preise weiter steigen kann man nicht mehr irgendwo anders sparen, sondern ist an der Grenze angekommen," so Frick.

Kurzfristig müssten deshalb dringend die Weltmärkte offen gehalten werden. Frick sagt außerdem: Reiche Länder wie Deutschland sollten jetzt keine Hamsterkäufe machen und dadurch die Preise weiter hochtreiben. Langfristig müssten die Länder, in denen der Hunger besonders groß ist, aber vor allem befähigt werden, wieder selbst mehr Nahrungsmittel anzubauen.

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