Plankton:Temperatur als wichtiger Faktor

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In zweien der zehn Gebiete, dem nördlichen wie südlichen Indischen Ozean haben die Forscher durch das Wechselspiel aller Einflussgrößen daher keine Abnahme, sondern eine Zunahme des Planktons festgestellt. Im globalen Mittel aber spielten die beiden Ausreißer keine Rolle.

Phytoplankton im Nordost-Atlantik

Phytoplankton im Nordost-Atlantik. Diese Lebewesen bilden die Basis aller Nahrungsketten im Meer und liefern die Hälfte der auf der Erde produzierten Biomasse.

(Foto: Nasa/Earth Observatory Collect.)

"Der langfristige globale Rückgang, den wir hier beobachten, ist eindeutig", schreiben die Forscher. Und die Wärme des Meeres ist der einzige Faktor, mit dem sich die Abnahme erklären lässt. Sie führt offenbar zu einer stärkeren Schichtung des Meerwassers und behindert den Transport von Nährstoffen. Darum ist die Konzentration der Mikroorganismen in tropischen Gewässern systematisch niedriger als näher an den Polen.

Tatsächlich ist die Temperatur des Meeres offenbar für das gesamte Leben im Ozean ein wichtiger Faktor, wie der Meeresbiologe in einem zweiten Aufsatz in Nature (online) mit Kollegen aus Amerika zeigt. Sie haben die Verteilung von gut 11.500 Spezies aus 13 Gruppen von Lebewesen kartiert. Die Biodiversität der Arten von Seegras und Krill über Korallen, Tintenfische, Haie, Thunfische bis zu Walen richtet sich ebenfalls nach der Wärme des Wassers.

Für die Küstenbewohner ist darum der Ozean zwischen China und Australien, rund um die Inselstaaten Indonesien und Philippinen, der reichste Lebensraum. Für die Tiere des offenen Ozeans findet sich in mittleren Breiten die größte Artenvielfalt, wo es schon warm ist, aber das Phytoplankton offenbar noch nicht unter der Wärme tropischer Gewässer leidet.

"Es war verblüffend, wie beständig die Temperatur mit der Vielfalt im Meer zusammenhängt", sagt Derek Tittensor, ebenfalls von der Dalhousie-Hochschule und Erstautor dieser Studie. "Die Erwärmung der Ozeane, die wir mit dem Klimawandel zu erwarten haben, könnte das Leben im Wasser daher ganz anders verteilen."

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