Planet Erde:Hügel im Polarmeer

Die Wasseroberfläche weist Höhen und Tiefen auf, die nichts mit Wellen zu tun haben. Das zeigen Aufnahmen des europäischen Forschungssatelliten "Cryosat 2" vom Nordpol.

Christopher Schrader

Wer genau hinschaut, kann auf der Oberfläche des Ozeans Hügel und Senken erkennen, die nichts mit dem Spiel der Wellen zu tun haben.

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Menschen fehlt gemeinhin der nötige Überblick, aber der europäische Forschungssatellit Cryosat 2 hat ihn. Aus seinen Daten haben Forscher aus London diese Aufnahme der Arktis erstellt.

Sie zeigt, wo sich das Wasser des Polarmeers über die von der Schwerkraft erzwungene Linie erhebt (gelb über rot bis weiß) oder unter ihr bleibt (grün über blau bis schwarz).

Diese Dellen entstehen durch den Wind und die Unterschiede im Salzgehalt des Wassers, erklärt Seymour Laxon vom University College London: Wo es weniger salzig ist, nimmt Wasser mehr Volumen ein und steht etwas höher.

Mit etwas Anleitung kann man dem Bild auch die Strömungen entnehmen. Das Wasser fließt im Prinzip vom Berg ins Tal, wird aber von der Corioliskraft abgelenkt.

So kreist es um den weißen Fleck in der Beaufortsee und fließt entlang der Grenze von gelb und blau quer durch die Arktis Richtung Grönland. Laxons Team hat für das Bild nur Radarimpulse ausgewertet, die Wasser in Eisspalten im vergangenen Sommer zu Cryosat reflektiert hatte. Es ist das erste bedeutende Forschungsbild des neuen Satelliten.

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