Planck vermisst den UrknallDer Zeitpunkt Null

Der Planck-Satellit wird präziser in die Vergangenheit zurückblicken als jedes Teleskop vor ihm - und dabei existenziellen Fragen nachgehen: Woher kommen wir und wohin gehen wir?

Der europäische Planck-Satellit wird am Donnerstag starten und zukünftig präziser in die Vergangenheit zurückblicken als jedes andere Teleskop vor ihm. Damit hilft er Fragen zu beantworten, die zu den grundlegendsten der Wissenschaft gehören: Woher kommen wir und wohin gehen wir? Hier sind die bisherigen Thesen:

Wie weit können wir in die Vergangenheit des Universums zurückblicken?

Der Urknall liegt nach den gängigen Annahmen 13,7 Milliarden Jahre zurück. Die frühesten Signale, die Wissenschaftler heute empfangen können, stammen aus der Zeit rund 380.000 Jahre nach diesem Zeitpunkt. Aus dieser Epoche erreicht uns Mikrowellenstrahlung, die den gesamten Kosmos relativ gleichmäßig ausfüllt.

Wenn man sie genau vermisst, merkt man allerdings Unebenheiten: an einigen Stellen ist die Strahlung etwas heißer, an anderen kälter. Diese Abweichungen sind winzig und nur mit extrem genauen Messinstrumenten zu detektieren; der Planck-Satellit wird sie mit nie da gewesener Präzision vermessen. Diese winzigen Fluktuationen zeugen - nach Meinung der meisten Wissenschaftler - davon, dass sich an vielen dieser Stellen Materie zu verdichten beginnt. Sie sind damit die Keimzellen aller heute im Kosmos vorhanden Objekte.

(Das Bild zeigt die unterschiedliche Stärke der Mikrowellenstrahlung, die sie der Vorgänger des Planck-Projekts, WMAP, gemessen hat / AP)

13. Mai 2009, 13:112009-05-13 13:11:00 ©