bedeckt München
vgwortpixel

Passivrauchen:Bluthochdruck im Kindergarten

Mediziner warnen vor einer neuen Gefahr des Passivrauchens bei Vorschülern: Bereits vier- bis fünfjährige Kleinkinder leiden unter erhöhtem Blutdruck, wenn ihre Eltern rauchen.

In der langen Liste der Gesundheitsgefahren durch Passivrauchen können Mediziner der Universität Heidelberg jetzt einen neuen Eintrag vermelden:

Ausgaben fuer Bildung, Forschung und Wissenschaft gestiegen

 Wenn die Eltern rauchen, wächst das Risiko für die "zukünftige kardiovaskuläre Gesundheit" ihrer Kinder, warnen Forscher.

(Foto: ddp)

Bereits vier- bis fünfjährige Kleinkinder leiden unter erhöhtem Blutdruck, wenn ihre Eltern rauchen. Das schließt das Team um Giacomo Simonetti aus der medizinischen Untersuchung von 4236 Mädchen und Jungen aus Kindergärten im Raum Heidelberg (Circulation, online).

Eine zusätzliche Befragung ergab, dass circa 29 Prozent der Väter sowie 21 Prozent der Mütter rauchten - und in zwölf Prozent der Fälle beide Elternteile.

Bei Kindern aus Raucherhaushalten zeigten sich signifikant höhere Blutdruckwerte, selbst dann, wenn andere Risikofaktoren berücksichtigt wurden.

Demnach erreichten 21 Prozent dieser Kinder insbesondere beim sogenannten systolischen Blutdruck einen Wert, der sich am oberen Rand des Normalbereiches befand.

Zwar war der durchschnittliche Anstieg relativ klein und für sich allein noch nicht gefährlich. Er sei aber dennoch ein "Risiko für die zukünftige kardiovaskuläre Gesundheit des Kindes", sagt Simonetti, denn "der kindliche Bluthochdruck setzt sich ins Erwachsenenleben fort".

Ärzte kennen seit langem die Risiken des Passivrauchens. So vermuten sie, dass der Zigarettenkonsum der Mutter vor und nach der Geburt das Risiko für den Plötzlichen Kindstod erhöht. Kinder, die Passivrauch ausgesetzt sind, leiden häufiger unter einer gestörten Lungenentwicklung, Atemwegsbeschwerden, Asthma, Mittelohr- und Hirnhautentzündungen.

Dabei ist auch das Rauchen auf dem Balkon kein völliger Schutz, fanden 2004 schwedische Forscher heraus: Kinder solcher Eltern hatten immer noch doppelt so viele Nikotin-Reststoffe im Körper wie Nichtraucher-Nachwuchs - womöglich bleiben diese Stoffe an Kleidung und Haaren haften.

Solcher sogenannter "Dritthandrauch" sei wahrscheinlich sogar besonders gefährlich, warnt Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum: Aus der Reaktion von Nikotin mit Oberflächen entstünden einer neuen Studie zufolge Giftstoffe, die von Kindern über die Haut aufgenommen werden (PNAS, Bd.107, S.6576, 2010).