Himmelsbeobachtung:Partielle Sonnenfinsternis, partiell sichtbar

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Bei einer partiellen Sonnenfinsternis, hier am 3. November 2013, verdeckt der Mond die Sonne nur teilweise. (Foto: IMAGO/underworld/IMAGO/YAY Images)

Am Dienstagmittag schiebt sich der Mond von Deutschland aus betrachtet teilweise vor die Sonne. Die Wetteraussichten sind allerdings durchwachsen.

An diesem Dienstag kann man in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis beobachten. Sie dauert etwa zwei Stunden und ist in ganz Mitteleuropa zu sehen - theoretisch. Praktisch hat man nicht viel davon, wenn der Himmel wolkenverhangen ist, was derzeit je nach Standort recht wahrscheinlich ist.

Die letzte partielle Sonnenfinsternis war in Mitteleuropa im Juni vergangenen Jahres zu sehen, die nächste wird es hier erst Ende März 2025 geben. Je nach Standort werde der Mond zwischen rund 20 und mehr als 30 Prozent des Sterns im Zentrum unseres Sonnensystems verdecken, teilte die Vereinigung der Sternfreunde mit. Von Kiel aus betrachtet beginnt der Mond um 11.07 Uhr, sich vor die Sonne zu schieben, in Berlin ebenso wie in Köln um etwa 11.10 Uhr, in München beginnt das Spektakel kurz nach 11.14 Uhr. Rund eine Stunde später ist das Maximum der Abdeckung erreicht, das von Nordosten nach Südwesten abnimmt.

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Die Sichtbedingungen dürften aber regional sehr unterschiedlich sein: Vor allem in der Nordhälfte Deutschlands kündigt der Deutsche Wetterdienst DWD für Dienstag wechselnde Bewölkung mit einzelnen Schauern an. Auch in Bayern soll es nördlich der Donau bis zum Nachmittag oft stark bewölkt bleiben. Im Süden Bayerns und in Südwestdeutschland immerhin soll es locker bewölkt oder sogar sonnig werden.

Wie immer gilt: Niemals mit ungeschützten Augen beobachten

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) warnt wie bei jeder Sonnenfinsternis davor, das Ereignis ungeschützt zu beobachten - egal, ob mit bloßem Auge, durch Ferngläser, Kameras oder Teleskope. Die zum Beobachten mit bloßem Auge genutzten Sonnenfinsternisbrillen sollen laut Bundesamt nach EU-Normen als sicher gelten, dürfen keine Kratzer oder Löcher haben und sollen möglichst nah am Gesicht anliegen. Ein direkter und ungeschützter Blick könne in kürzester Zeit die Netzhaut schädigen.

Durch die Brillen sollten höchstens 0,001 Prozent des Sonnenlichts durchkommen. Herkömmliche Sonnen- oder Schweißerbrillen, aber auch andere mögliche Behelfsmittel seien nicht geeignet. Für optische Geräte gebe es im Fachhandel spezielle Filteraufsätze oder Folien.

Eine Sonnenfinsternis ist ein relativ seltenes Ereignis, weil dafür mehrere Faktoren zusammenkommen müssen. Sie kann prinzipiell nur bei Neumond eintreten, wenn der Mond sich zwischen Erde und Sonne befindet. Durch die Neigung der Mondbahn zieht der Erdtrabant aber meist ober- oder unterhalb der Verbindungslinie von Erde und Sonne vorbei. In den meisten Jahren ist die Konstellation zweimal so, dass der Mond die Sonne von irgendeinem Ort auf der Erde aus betrachtet ganz oder teilweise verdeckt, auch das aktuelle Ereignis ist das zweite und letzte in diesem Jahr. Möglich sind aber bis zu fünf Sonnenfinsternisse pro Jahr, was allerdings sehr selten ist. Die nächste von Deutschland aus sichtbare totale Sonnenfinsternis wird erst am 3. September 2081 stattfinden.

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