Kognitionsforschung:Die Pfade der Vergangenheit

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Wer sich als Kind in Maisfeldern zurechtfand, kann sich meist auch als Erwachsener ganz gut orientieren. (Foto: Rachel French via www.imago-images.de/imago images/Cavan Images)

Wie gut man sich als Erwachsener orientieren kann, hängt auch von der Umgebung ab, in der man aufgewachsen ist. Landkinder sind etwas im Vorteil - aber nur unter einer Bedingung.

Von Sebastian Herrmann

Nach der S-Bahn-Unterführung führte der Verlauf der Expeditionen nach links in Richtung Feld. Den Acker begrenzte eine weitere Bahntrasse, auf der nur sehr selten Tankzüge rollten, die im Wald verschwanden, wo sich irgendwo ein großes, unterirdisches Flugbenzinlager befand, was die Fantasie der herumstreifenden Kinder aus der nahen Neubausiedlung stark beflügelte. Die Gleise dienten als eine Art GPS aus Stahl, Schotter und Holzbohlen, das half, die Abenteuer im Wald zu bestehen. Wer sich beim Lagerbauen, Anschleichen auf Angstplätze oder auf der Suche nach Kletterbäumen auch nur ansatzweise verirrte, brauchte nur nach der Bahntrasse zwischen den Buchen, Eichen und Fichten zu suchen und darauf wieder ins offene Gelände spazieren. Der einzige Nachteil bestand darin, dass die Holzbohlen der Trasse mit Teer behandelt waren, der in der Sommerhitze weich wurde und die Schuhsohlen zum späteren Missfallen der Eltern verklebte.

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