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Heizen:Holz statt Öl?

Solange Holz nicht verbrannt wird, speichert es Kohlenstoff.

(Foto: Christian Endt)
  • Mit dem bundesweiten Verbot von Ölheizungen stellt sich die Frage nach Alternativen.
  • Diese ist nicht leicht zu beantworten: Nicht jedes Haus hat einen Gasanschluss, Wärmepumpen sind wiederum teuer.
  • Das Heizen mit Holz produziert zwar am wenigsten CO₂, könnte in größerem Umfang aber die Wälder gefährden.

Die Bundesregierung verbietet Ölheizungen, um das Klima zu schützen. Das ist zunächst einmal eine gute Idee. Die Heizung ist der mit Abstand größte Produzent des Treibhausgases CO₂ im Haushalt, und Ölkessel stoßen davon mehr aus als alle anderen Varianten. Über fünf Millionen Ölheizungen sind in deutschen Häusern verbaut. Aber was kommt jetzt?

Die Wahlmöglichkeiten hängen auch vom Wohnort ab. Es gibt ein ausgeprägtes Nord-Süd-Gefälle bei den Gasanschlüssen. Bundesweit haben zwölf Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser laut Angaben der Deutschen Energie-Agentur (Dena) keine Gasleitung vor der Haustür. In Bayern sind es sogar 30 Prozent bei gleichzeitig starker Verbreitung von Ölheizungen. Um das Klima zu schützen, wäre Gas aber ohnedies nicht die erste Wahl.

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Die beste Heizung wäre die, die man nicht einschalten muss, weil das Haus optimal isoliert ist. "Oberste Priorität" habe die energetische Sanierung der Gebäudehülle, sagt Christian Liesegang, Experte für Feuerungsanlagen beim Umweltbundesamt (UBA). Sollte doch einmal Zusatzwärme notwendig sein, würde die im Idealfall eine Wärmepumpe aus der Tiefe der Erde liefern. Billig ist diese Variante jedoch nicht.

Betrachtet man nur den CO₂-Ausstoß, stehen Holzheizungen besonders gut da, weil Bäume während ihrer Wachstumsphase der Atmosphäre Kohlendioxid entziehen. Das wird zwar beim Verbrennen wieder freigesetzt, doch im Vergleich mit der Ölheizung ergibt sich laut Dena im Idealfall eine CO₂-Ersparnis von 89 Prozent.

Heizen mit Holz hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Bei der Verbrennung in Kamin oder Pelletofen werden Schadstoffe freigesetzt. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe etwa, Furane auch Dioxine. Zudem stammt ein Großteil der Feinstaubbelastung in deutschen Städten aus "Kleinfeuerungsanlagen", die mit Holz betrieben werden. Durch die fast zwölf Millionen Öfen und Kamine kommt mehr als doppelt soviel Feinstaub in die Luft, wie durch die Auspuffrohre aller LKW und PKW in Deutschland geblasen wird.

Vor allem im Winter fühlen sich viele Menschen davon belästigt, ergab eine Befragung im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Durch den richtigen Betrieb lassen sich die Staubemissionen allerdings senken. Deutlich gehen sie jedoch erst beim Gebrauch von Pelletheizungen zurück. Bei ihnen sind Staubabscheider vorgeschrieben. Sind dann Pellets in einer modernen Holzheizung immer die beste Wahl? Ganz so einfach ist es nicht. Es kommt drauf an, woher das Holz kommt.

Christian Liesegang vom UBA nennt als Faustregel: "Der Einsatz von Pellets aus Reststoffen ist ressourcenschonender als der Einsatz von Holzpellets aus Frischholz." Restholz fällt zum Beispiel in Form von Sägespänen in der holzverarbeitenden Industrie an. Pellets aus Frischholz zu pressen, verbraucht mehr Energie. Und Wälder zu schreddern, um sie zu Pellets zu pressen und womöglich sogar über weite Strecken zu transportieren, verschlechtert die Ökobilanz der Holzheizungen weiter.

Im Klimaschutzplan 2050 der Regierung spielt der Wald eine große Rolle, allerdings nicht als halbwegs CO₂-neutraler Brennstofflieferant, sondern als Treibhausgasspeicher. "Ein massenhafter Umstieg auf Holz ist aus UBA-Sicht nicht zielführend", sagt Christian Liesegang. "Holz ist eine begrenzte, wenn auch nachwachsende Ressource und erfüllt im Wald wichtige Aufgaben."

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