Öko-Bilanz des Internethandels Mehr als 250 Millionen Retourpakete jährlich

Die Öko-Bilanz verschlechtert sich weiter zu Lasten des Onlinehandels, wenn die Retouren in die Berechnung einfließen. Im Durchschnitt wird jedes dritte bestellte Produkt zurückgeschickt. Macht in Summe mehr als 250 Millionen Retourpakete jährlich. Um die abzuarbeiten, springen wieder jeden Tag viele hunderttausend Automotoren an.

Wer im Netz einkauft, möchte die bestellte Ware möglichst schnell haben. Gerne am nächsten Tag. Oder besser: noch heute. Viele Web-Händler haben sich darauf eingestellt und versprechen eine "taggleiche Zustellung". Das klappt, wenn die Firmen über ein dichtes Netz von Logistikzentren verfügen. Regionale Läger haben jedoch nur einen Teil des Sortiments vorrätig. Wenn nun eine Bestellung mehrere Artikel umfasst, erhält der Kunde unter Umständen nur einen Teil sofort. Der Rest wird später aus einem anderen Lager zugestellt. "Die taggleiche Zustellung reduziert Fahrzeugauslastungen und erzeugt Zusatzverkehr", betont Hermes-Fulfilment-Chef Urbanke.

Die zusätzlichen Autofahrten belasten die Umwelt. Aber sie setzten auch die Firmen unter Druck. Sie müssen energieeffizient arbeiten, sonst geraten ihre Kosten aus dem Ruder. Die Otto-Gruppe beispielsweise hat jüngst ihre Kartongrößen angepasst. Die enthalten jetzt im Durchschnitt 1,5 Liter weniger Luft. Das reduziert das Transportvolumen um mehr als 500 Lkw-Ladungen pro Jahr.

Nur wer seine Online-Einkäufe umsichtig plant, zu Hause ist, wenn der Paketbote klingelt und nichts zurückschickt, geht schonender mit der Umwelt um als der Ladenkäufer.