Naturschutz:Angst vor dem Wisent

An der Frage, wo eine Wildnis entstehen soll, entbrennt jedes Mal heftiger Streit. Als etwa Teile des Bayerischen Waldes in einen Naturpark umgewandelt und die Borkenkäferbekämpfung dort eingestellt wurde, trieb das zerstörerische Werk der Insekten die Waldbesitzer in der Umgebung zu Protesten auf die Straße.

Morgendunst im Bayerischen Wald

Als Teile des Bayerischen Waldes in einen Naturpark umgewandelt und die Borkenkäferbekämpfung dort eingestellt wurde, trieb das zerstörerische Werk der Insekten die Waldbesitzer in der Umgebung zu Protesten auf die Straße.

(Foto: dpa)

In Nordrhein-Westfalen wird gerade darum gerungen, ob in der Nähe von Siegen eine Wisent-Herde ausgewildert werden soll. Mit entscheidend dabei wird die Akzeptanz in der Bevölkerung sein. Nicht jeder wird es reizvoll finden, morgens beim Joggen einem Wildrind zu begegnen.

Wo die Landschaft ohnehin erst zur Wildnis umgewidmet werden muss, schließt das BfN auch Ansiedelungen von Pflanzen oder Tieren nicht aus "wenn die Bevölkerung damit einverstanden ist", sagt Ssymank.

Auch ohne Zutun des Menschen rechnet er damit, dass sich der Biber bald wieder deutschlandweit ausbreiten wird, genauso der Fischotter. Manche Ökologen halten es für nicht ausgeschlossen, dass auch Bären wieder nach Deutschland einwandern. Eine kleine Gruppe Wölfe lebt bereits unter scharfer Beobachtung durch den Menschen in Sachsen. Wahrscheinlich wird es das Beste sein, Pufferzonen um Wildnisregionen einzurichten - zu beiderseitigem Schutz.

© SZ vom 28.05.2010/mcs
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