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Naturkatastrophen:Dürre, Flut und Feuer

Ein weiteres Fazit: Der Klimawandel existiert nicht nur, auch die Amerikaner sind bereits mittendrin. Seit 2015 haben Naturkatastrophen die USA bereits 400 Milliarden US-Dollar gekostet. Die Wissenschaftler betonen, dass nicht nur trockenheitsbedingte Waldbrände, Überflutungen und heftige Stürme zunehmen werden, sondern auch unkalkulierbare Wechselwirkungen eintreten könnten.

Waldbrände vernichten zum Beispiel nicht nur Eigentum und wichtige Ökosysteme: Die aus ihnen resultierende schlechte Luftqualität hat mittelfristige Folgen für die Gesundheit, was wiederum Wirtschaftskraft und Bevölkerungsentwicklung beeinflusst. Wenn das Feuer den Boden unfruchtbar gemacht hat, verändert sich zudem die örtliche Landwirtschaft, das Risiko von Überschwemmungen steigt und bedroht mittelfristig erneut Eigentum und Infrastruktur. Zudem haben Naturkatastrophen Auswirkungen auf globale Lieferketten, den Ölpreis oder die Stromversorgung.

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Ein weiteres Beispiel aus der Gegenwart, das sich aus dem Bericht ableiten lässt: Agrarregionen in Texas, Südkalifornien, dem Mittleren Westen oder Idaho sind für die Ernährung der ständig wachsenden Bevölkerung zentral, doch dabei stark auf die Entnahme von Grundwasser angewiesen. Ohne Niederschlag werden nicht nur Lebensmittel teurer, sondern es gerät auch der Agrarsektor und damit die Wirtschaftskraft ganzer Landstriche unter Druck. Im immer dichter besiedelten amerikanischen Westen treffen bei der Frage nach dem Zugriff auf Wasser bereits lange die Interessen von Industrie, Landwirtschaft, Ökosystem-Schutz und Bevölkerung in teils offenem Konflikt aufeinander.

Grundlagen für eine interne Völkerwanderung

Alles in allem legt der Bericht nahe, dass den USA bei weiterer Handlungsverweigerung in den kommenden Jahrzehnten eine massive Bevölkerungswanderung bevorstehen könnte: Von vom steigenden Meeresspiegel bedrohte Regionen wie New Orleans und Houston am Golf von Mexiko oder Miami am Atlantik könnten ebenso massive Abwanderungen ausgehen wie vom Südwesten von Texas bis nach Südkalifornien. Dort beeinträchtigten bereits in den vergangenen Jahren heftige Hitzewellen den Alltag, das Leben ist bereits seit langem nur durch Hilfsmittel wie extreme Klimaanlagen-Kühlung und künstliche Bewässerung möglich.

"Wir entkommen nicht den vielen Verbindungen von Wasser, der Gesundheit des Ökosystems, Energie, Nahrung, dem Wohlbefinden der Ureinwohner, urbanen Systemen, Landverbrauch, Transport, Gesundheit und gesellschaftlicher Widerstandsfähigkeit", formulierte der Klimaforscher Gregg Garfin seine Lehren aus dem Bericht. Die US-Regierung setzt sich mit dieser Komplexität auseinander - allerdings im Moment nicht in den höheren politischen Ebenen.

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