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Naturfotografie:Die Geduld der Jäger

Ein Wald aus Aalen, orangefarbene Algen und ein Murmeltier, das unsanft aus seinem Winterschlaf gerissen wird: Das Natural History Museum in London hat die besten Natur-Fotos des Jahres ausgewählt.

Nach sechs Monaten Winterschlaf ist ein Murmeltier auf einer Wiese in der Qinghai-Tibet-Hochebene auf der Suche nach Futter. Das Winterfell ist noch flauschig und voll, doch der Magen ist leer. So traut es sich aus seinem Versteck. Doch auch ein Fuchs ist auf der Lauer; still und ruhig wartet er auf den perfekten Moment. Dann greit er an - und Yongqing Bao drückt blitzschnell auf den Ausöser. Mit seinem Bild "The Moment" gehört der Chinese zu den diesjährigen Preisträgern des "Wildlife Photographer of the Year"-Fotowettbewerbs, ausgeschrieben vom britischen Natural History Museum. "Fotografisch gesehen ist es einfach der perfekte Moment", so die Begründung der Jury.

(Foto: Yongqing Bao / Wildlife Photographer of the Year)

Bau-gold schimmernd schwebt ein Großflossen-Riffkalmar durch die Meeresstraße zwischen der indonesischen Hafenstadt Bitung und der Insel Lembeh. Das Foto wurde von dem 14-jährigen Cruz Erdmann aufgenommen. Der Neuseeländer ist seit seinem zehnten Lebensjahr ein begeisterter Taucher und fotografiert mit der alten Unterwasserkamera seines Vaters. Nun wird er als "Young Wildlife Photographer of the Year" ausgezeichnet.

Ein Bison erträgt seelenruhig einen heftigen Schneesturm im amerikanischen Yellowstone Nationalpark. Für das Bild verlängerte Max Waugh die Verschlusszeit seiner Kamera, sodass die Schneflocken aussehen wie gemalt. Waugh gewinnt in der Kategorie "Schwarzweiß".

"Pondworld" von Manuel Plaickner zeigt eine Froschwanderung im italienischen Südtirol. Der Fotograf aus Vahrn begleitet die Grasfrösche seit Jahren auf ihrem Weg zum Laichplatz.

Das Gewinner-Foto in der Kategorie "Tiere in ihrer Umwelt" zeigt eine Herde männlicher Tibetantilopen im chinesischen Altun Shan Gebirge. Der Fotograf Shangzhen Fan nimmt seit Jahren die anstrengende Wanderung in das Hochland auf sich, um die Tiere auf ihrer Winterwanderung in die wärmere Kumukuli-Wüste festzuhalten.

Diese Aufnahme gelang Audun Rikardsen an der Küste Nordnorwegens. Dafür positionierte er einen alten Ast in der nähe seines Hauses so, dass er zum perfekten Aussichtspunkt für einen Steinadler wurde. Mit Erfolg - "Land of the Eagle" gewinnt in der Kategorie "Vögel".

Thomas Easterbrook aß gerade mit seiner Familie zu Abend, als er ein lautes Summen vernahm. Schnell sprang er auf, um das Taubenschwänzchen zu fotografieren, das gerade Nektar aus einer Salbeiblüte trank. Nun gewinnt der Junge den Nachwuchspreis in der Kategorie "Zehn Jahre und jünger".

Wie Samt ziehen sich orangefarbene Algen über die Äste einer Monterey-Zypresse im Point Lobos State Natural Reserve in Kalifornien. Eigentlich sind die Algen grün, doch Carotinoide färben sie orange. "Tapestry of Life" von Zorica Kovacevic gewinnt in der Kategorie "Pflanzen und Pilze".

Ein Lippfisch und ein Flötenfisch schwimmen durch einen Wald aus Röhrenaalen. Weil die Aale sehr scheu sind, musste der Amerikaner David Doubilet "The Garden of Eels" aus großer Entfernung aufnehmen, versteckt hinter einem gesunkenen Schiff.

Von Mitte Mai bis Mitte Juli herrscht in der Antarktis Dunkelheit. Doch gegen Ende des Winters zeigt sich die Sonne jeden Tag für ein paar Stunden über dem Horizont. Der Deutsche Stefan Christmann nutzte diese Gelegenheit und fotografierte eine zusammengekuschelte Gruppe männlicher Kaiserpinguine in der Atka-Bucht.

Nach 17 Tagen Wanderung durch den Regenwald in Costa Rica, fand diese Ameisenkolonie endlich einen hohlen Baumstrumpf, in dem sie sich niederlassen konnte. Ihr Nest glich einer Kathedrale mit drei Schiffen. Daniel Kronauer hielt es fest und gewinnt nun in der Kategorie "Wirbellose Tiere".