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Natur - Schwerin:Mehr Vogelzähler, aber weniger Vögel in MV

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Schwerin (dpa/mv) - An der diesjährigen Vogelzählaktion "Stunde der Wintervögel" haben sich in Mecklenburg-Vorpommern so viele Menschen beteiligt wie nie zuvor. Bis Mittwoch meldeten mehr als 4700 Vogelfreunde ihre Beobachtungsergebnisse vom vergangenen Wochenende an den Naturschutzbund Deutschland (Nabu), wie der Landesverband in Schwerin mitteilte. Sie sichteten demnach mehr als 139 000 Vögel in knapp 3000 Gärten. "Die Zahlen werden noch weiter steigen, da bis kommenden Montag noch nachgemeldet werden kann", sagte Nabu-Landesgeschäftsführerin Rica Münchberger. Im Januar 2019, der bisherigen Rekordzählung, hätten sich 3290 Menschen in MV an der Aktion beteiligt.

Weniger erfreulich seien die Ergebnisse der Zählung, sagte Münchberger. "Die Gesamtzahl von derzeit 45,3 Vögeln pro Garten in Mecklenburg-Vorpommern stellt den niedrigsten Wert seit Beginn der Aktion im Jahr 2011 dar", sagte sie. Am häufigsten sei - wie in allen Wintern davor - der Haussperling gesichtet worden. Es folgten nach bisherigem Stand Feldsperling, Kohlmeise, Blaumeise und Amsel. Auch Ringeltaube, Rotkehlchen und Kleiber hätten es bislang in die Top Ten geschafft.

"Ein besorgniserregend schwaches Ergebnis, das nicht mit dem Wetter erklärt werden kann, liefert weiterhin der Grünfink", berichtete die Nabu-Landeschefin. "Sein Abwärtstrend setzt sich leider unverändert fort." Diesmal seien nur noch 1,8 Grünfinken pro Garten in MV gemeldet worden. Diese Zahl liege deutlich unter dem langjährigen Mittel von 3,4 und sei ein neuer Negativrekord. Als Ursachen gälten vor allem Infektionen mit Trichomonaden an sommerlichen Futterstellen. Grund sei aber auch, dass auf landwirtschaftlichen Flächen das Nahrungsangebot für diese Art knapper geworden sei.

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