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Weltraum-Mission:Nasa-Sonde absolviert "historisches" Asteroiden-Manöver

In dieser Simulation vom August diesen Jahres stellte die Nasa dar, wie es aussehen könnte, wenn die Sonde "Osiris" Proben vom Asteroiden Bennu entnimmt.

(Foto: HANDOUT/AFP)

"Osiris Rex" hat Staub, Geröll und Gestein vom Asteroiden Bennu eingesammelt. Nasa-Wissenschaftler erhoffen sich Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren. Ob die Proben ausreichend sind, ist aber noch nicht klar.

Als klar war, dass die Mission der Sonde Osiris Rex erfolgreich war, brach Jubel im Nasa-Kontrollzentrum im US-Bundesstaat Maryland aus. Einige hatten Tränen in den Augen. "Die Emotionen sind riesig", sagte Dante Lauretta, Chef-Wissenschaftler der Mission. "Ich kann nicht glauben, dass wir das hinbekommen haben. Das ist historisch, das ist wunderbar."

Die Sonde der US-Raumfahrtbehörde hat als erster US-Flugkörper in der Nacht zum Mittwoch in einem mehrstündigen, komplizierten Manöver eine Probe von einem Asteroiden entnommen. Die Sonde hatte dafür ihren Platz in der Umlaufbahn des Asteroiden Bennu vorübergehend verlassen und sich ihm bis auf wenige Meter genähert. Mit einer Art Roboter-Arm namens "Tagsam" (Touch-And-Go Sample Acquisition Mechanism) berührte die Osiris Rex die Oberfläche des Asteroiden etwa fünf Sekunden lang. Dabei stieß sie unter Druck gesetzten Stickstoff aus, um Probematerial aufzuwirbeln und aufzusaugen. Danach entfernte sich die Sonde wieder von Asteroiden und kehrte in ihre Umlaufbahn zurück. "Der Flugkörper hat all das gemacht, was er machen sollte", sagte Lauretta.

Ob die entnommenen Proben verwertbar sind oder ausreichen, wird sich erst in den kommenden Tagen herausstellen, nachdem Osiris Rex weitere Daten zur Erde gesandt hat. Die Nasa-Wissenschaftler hoffen auf etwa 60 bis 2000 Gramm Staub, Geröll und Gestein. Die Sonde selbst wird erst in drei Jahren zurück auf der Erde erwartet.

Osiris Rex war 2016 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet. Etwa zwei Jahre später war sie bei Bennu angekommen. Seitdem umkreist die Sonde den Asteroiden. Die Sonde, die sechs Meter lang und 2100 Kilogramm schwer ist und deren Abkürzung für Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer steht, untersuchte Bennu seither mit ihren wissenschaftlichen Instrumenten und Kameras. Die Wissenschaftler hatten eine Probenentnahme zuvor zwei Mal erfolgreich geprobt.

Bennu ist nach einer antiken ägyptischen Gottheit benannt. Der Asteroid hat einen Durchmesser von etwa 550 Metern und könnte der Erde in gut 150 Jahren recht nahe kommen. Obwohl die Wissenschaftler Bennus Einschlagrisiko als sehr gering erachten, zählt die Nasa Bennu zu den gefährlichsten derzeit bekannten Asteroiden. Von der rund eine Milliarde Dollar teuren Mission erhofft sich die Nasa Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren. Der Asteroid ist ein Überbleibsel davon.

2005 war die japanische Raumsonde Hayabusa auf einem Asteroiden gelandet. Sie brachte 2010 die ersten je gesammelten Bodenproben eines solchen Himmelskörpers zur Erde. Es gab noch weitere Flüge zu Asteroiden, doch keine weitere Sonde hat bislang Material zur Erde zurückgebracht.

© SZ/dpa/AP/hij/bix
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