bedeckt München
vgwortpixel

Nasa:US-Forscher bestätigen Wetter-Rekordjahr 2019

Demonstration on eve of UN Climate Conference

Amerikanische Forscher unterstreichen: Der Mensch treibt den Klimawandel voran.

(Foto: Mike Nelson/dpa)
  • Das vergangene Jahr war das zweitwärmste, seitdem Wetterdaten aufgezeichnet werden.
  • Heißer war US-Experten zufolge nur noch 2016.
  • Die Arktis erwärmt sich seit 1970 mehr als dreimal so schnell wie der globale Durchschnitt.

2019 war nach Angaben der Nasa sowie der amerikanischen Nationalen Behörde für Ozeane und die Atmosphäre NOAA das zweitwärmste Jahr, seit es Wetteraufzeichnungen gibt. Im weltweiten Durchschnitt war demnach nur 2016 noch wärmer als 2019. Damit bestätigen die Forscher die Ergebnisse des Copernicus-Klimawandeldienstes C3S der Europäischen Union.

Damit endet die erste Dekade des 21. Jahrhunderts als wärmste in der Geschichte der modernen Menschheit. Die vergangenen fünf Jahre waren die fünf wärmsten der vergangenen 140 Jahre. Seit den 1960er-Jahren war jede einzelne Dekade wärmer als alle vorhergehenden.

Das abgelaufene Jahr war fast ein Grad wärmer als der Durchschnitt der Jahre 1951 bis 1980: 0,98 Grad laut Nasa-Berechnungen, 0,95 Grad sagt die NOAA. Um die globale Temperatursteigerung von einem Grad in Perspektive zu setzen: In der vergangenen Eiszeit war die Erde rund fünf Grad kälter als heute. Hamburg lag an der Packeisgrenze und der Gardasee war ein Gletscher. Derzeit bewegt sich das Weltklima mit Hochgeschwindigkeit in die andere Richtung.

Klimaforscher sind sicher, dass natürlich Klimaschwankungen in der Vergangenheit nie derart rapide abgelaufen sind - außer möglicherweise durch katastrophale Meteoriteneinschläge wie vor 66 Millionen Jahren, als die Dinosaurier ausgerottet wurden. Die Arktis erwärmt sich seit 1970 sogar mehr als dreimal so schnell wie der globale Durchschnitt.

Die Wissenschaft hat praktisch keinen Zweifel daran, dass menschengemachte Treibhausgas-Emissionen den aktuellen Klimawandel maßgeblich vorantreiben. "Was derzeit passiert, ist beständig und keine kurzfristige Wetterschwankung oder ähnliches", konstatiert Gavin Schmidt, Direktor des Goddard-Instituts für Weltraumforschung der Nasa. Die für die Messungen nötigen Daten beziehen die US-Forschungsinstitute aus mehr als 20.000 Quellen, von Messbojen auf den Ozeanen bis hin zu Wetterstationen und Satelliten.

© SZ.de/jael
Zur SZ-Startseite