SZ-Klimakolumne:Mit Geld Gutes tun

Lesezeit: 2 min

500-Euro-Scheine auf einer Wäscheleine. Köln, 15.01.2020 *** 500 Euro notes on a clothesline Cologne, 15 01 2020 Foto:x

Wer sein Geld lieber nicht an der Wäscheleine aufbewahrt, kann in Indexfonds investieren. Aber wie nachhaltig sind die?

(Foto: Christoph Hardt via www.imago-images.de/imago images/Future Image)

Im Dezember überlegen viele Menschen, was sie mit ihrem Ersparten Sinnvolles anstellen könnten. Aber auch jenseits vom Spenden gibt es eine Möglichkeit: Nachhaltig investieren.

Von Vivien Timmler

Wissen Sie, was mit Ihrem Geld passiert? Klar, Sie haben gestern den Wocheneinkauf bezahlt und vergangene Woche die neue Winterjacke Ihres Sohnes. Aber das Geld meine ich nicht. Ich meine das Geld, das womöglich (hoffentlich gut verstreut) in Anlagefonds steckt, damit es sich dort immerhin noch ein bisschen vermehrt.

Ich sag's Ihnen ganz ehrlich: Ich wusste es bis vor Kurzem nicht. Und das, obwohl ich Wirtschaftsjournalistin bin und ständig Texte von Kollegen lese, die mir unter die Nase reiben, dass es nun wirklich nicht so schwer ist, ein Portfolio auf Nachhaltigkeit zu überprüfen.

Falls Sie sich jetzt gerade fragen, ob das hier wirklich der Klimafreitag-Newsletter ist und nicht etwa der Geld-Newsletter der SZ (den Sie hier abonnieren können, wenn Sie mögen): Ja, Sie sind hier nach wie vor richtig, wenn Sie sich mehr fürs Klima interessieren als für Finanzen. So richtig lässt sich beides aber nicht voneinander trennen. Schließlich macht auch beim Klima Geld allzu oft den Unterschied.

Das Thema Finanzen ist anstrengend, aber wichtig - genau wie das Thema Klima

Es gibt keinen Monat, in dem das Spendenaufkommen in Deutschland so hoch ist wie im Dezember. Die Menschen spenden in den kommenden Wochen für alles Mögliche: das Rote Kreuz, das Tierheim im Nachbarort, ein Kinderhilfswerk, Greenpeace. Alles sehr ehrenwert. Aber warum nicht zusätzlich das ganze Jahr über mit dem eigenen Ersparten Gutes tun, und das quasi nebenbei?

Tatsächlich ist das mit einem Fonds auf einen nachhaltigen Index ziemlich leicht. Es gibt mittlerweile ziemlich viele Indizes, die von vornherein gewisse Firmen ausschließen, beispielsweise Firmen, die ihr Geld mit Waffen, Kernenergie oder Pornografie verdienen. Vor wenigen Tagen hat nun aber eine Studie der NGO Finanzwende gezeigt, dass auch als nachhaltig zertifizierte Fonds die Klimakrise befeuern, weil sie das Geld der Anleger über Umwege eben doch in Kohle, Öl, oder Gas investieren. Meiner Auffassung von Nachhaltigkeit entspricht das nicht. Dankenswerterweise hat mein Kollege Victor Gojdka daraufhin aufgeschrieben, wie man in drei Schritten überprüfen kann, ob seine eigenen Finanzprodukte klimafreundlich sind. Und in diesem Text hat er fünf ziemlich bekannte Öko-Indexfonds unter die Lupe genommen und geschaut, ob diese halten, was sie versprechen.

Und ja, ich weiß, Sie sind immer noch hier, weil Sie sich für das Klima interessieren und nicht für Geld. Aber der Punkt ist ja: Wenn Anleger von bestimmten Firmen keine Aktien mehr kaufen oder Fondsgesellschaften sie rausschmeißen, dann wird es für diese Unternehmen plötzlich deutlich schwieriger, an frisches Kapital zu kommen. Und Finanzmarktforscher der Uni Augsburg haben herausgefunden, dass im Schnitt sogar die CO₂-Emissionen dieser Firmen sinken, wenn Fonds sich von ihren Aktien getrennt haben. Was an der Börse passiert, kann mittelfristig also durchaus einen Unterschied fürs Klima machen. Und es ist somit nicht egal, wo Sie Ihr Erspartes lagern.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, zumindest im Süden Deutschlands wieder mit ein wenig Neuschnee.

(Dieser Text stammt aus dem wöchentlichen Newsletter Klimafreitag, den Sie hier kostenfrei bestellen können.)

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