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Mysteriöses Gas:Leben auf der Venus möglich

In der Atmosphäre des Planeten Venus haben Astronomen mögliche Hinweise auf Leben entdeckt. Sie spürten das Gas Monophosphan auf, diese Verbindung entsteht auf der Erde vor allem durch biologische Prozesse, die unter Ausschluss von Sauerstoff stattfinden. Der Nachweis in der Venus-Atmosphäre sei allerdings kein Beleg für eine biologische Quelle, schreibt das Team um Jane Greaves von der Universität Cardiff im Fachblatt Nature Astronomy. Es weise zunächst nur auf unbekannte geologische oder chemische Prozesse hin. In einer Pressekonferenz am Montagnachmittag schlossen die Autoren aber die Möglichkeit nicht aus, dass es Leben auf der Venus geben könnte.

Die Venus ist ähnlich groß wie die Erde, hüllt sich jedoch in eine dichte Wolkendecke. Auf ihrer Oberfläche herrschen mehrere Hundert Grad Celsius - viel zu heiß für Leben. In rund 50 bis 60 Kilometer über der Oberfläche könnten vergleichsweise moderate Temperaturen jedoch Leben erlauben. Die Wissenschaftler entdeckten über Teleskope Spektrallinien, die nur bei Monophosphan vorkommen. Die Venuswolken sind allerdings sehr sauer, wodurch die Verbindung schnell zerstört werden sollte. Sie muss also regelmäßig neu entstehen. Das Team untersuchte mögliche Quellen für das Gas wie etwa Mikrometeoriten, Blitze und chemische Vorgänge. Damit lasse sich die Herkunft des Monophosphans jedoch nicht erklären, berichten die Forscher. Das lege nahe, dass es auf der Venus bislang unbekannte fotochemische oder geochemische Prozesse gebe. "Wir behaupten nicht, dass wir Leben auf der Venus gefunden haben", sagte Ko-Autorin Sara Seager vom Massachusetts Institute of Technology. "Wir haben das Gas Monophosphan detektiert, dessen Herkunft ein Geheimnis ist." Auf der Rangliste jener Himmelskörper im Sonnensystem, auf denen Leben möglich sein könnte, rücke die Venus nun nach oben, sagte sie. Für die Lösung der Frage wäre es von Vorteil, den Planeten zu besuchen.

© SZ vom 15.09.2020 / dpa
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