PsychologieGroße Liebe, gleiche Playlist

Lesezeit: 2 Min.

Treffen sich zwei Acoustic-Indie-Fans und verlieben sich.
Treffen sich zwei Acoustic-Indie-Fans und verlieben sich.
Martina Ferrari/imago/Westend61

Der Musikgeschmack verbindet Paare stärker als Persönlichkeit und Werte – und könnte schon bei der Partnerwahl eine Rolle spielen. Warum sich Gegensätze beim Sound nicht unbedingt anziehen.

Von Sebastian Herrmann

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Ein Paar verbringt einen faulen Sonntag in der gemeinsamen Wohnung. Mann und Frau wursteln vor sich hin, er in der Küche, sie im Wohnzimmer, beide hören dabei Lieder ihrer Lieblingskünstler. Bei ihm hämmert Rammstein aus den Lautsprechern, gerade der Song „Dicke Titten“, welcher den Wunsch nach einer Freundin mit üppiger Oberweite besingt. Sie lässt im Wohnzimmer Ikkimel laufen und sich von der Rapperin die Zeile „Drei geile Fotzen mit ’nem Bombenarsch“ an die Couch servieren. Textlich bewegen sich beide Songs auf ähnlichem Terrain: Kann man schrecklich finden, gibt aber irgendwo Leute, die das mögen. Abgesehen davon befinden sich die erwähnten Musiker an den entgegengesetzten Polen des Geschmackspektrums: Wer das eine mag, hasst vermutlich das andere.

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