InsektenMücken mögen einfach Menschen

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Eine Mücke auf ihrem Lieblingsopfer: dem Menschen
Eine Mücke auf ihrem Lieblingsopfer: dem Menschen (Foto: Patrick Pleul/dpa)
  • Eine Studie im brasilianischen Regenwald legt nahe, dass Mücken trotz 270 Säugetierarten und 850 Vogelarten am liebsten Menschen stechen.
  • Von 24 untersuchten Moskitos hatten 18 kurz zuvor Menschen gestochen.
  • Die Forscher vermuten, dass die Abholzung von über 70 Prozent des Atlantischen Regenwalds den Hunger der Mücken auf Menschenblut verstärkt haben könnte.
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Im brasilianischen Regenwald könnten Moskitos Hunderte Tierarten stechen. Aber wen nehmen sie sich laut einer Studie am häufigsten vor? Uns natürlich.

Von Tina Baier

Das Gute am Winter ist, dass es keine Mücken gibt. Ungestörte Spaziergänge sind möglich und man kann die Fenster öffnen, ohne dass man nachts vom Sirren der Quälgeister fast in den Wahnsinn getrieben wird. Im Allgemeinen gilt: Menschen mögen keine Mücken. Doch Mücken lieben Menschen.

Dass viele Mückenarten bevorzugt Menschen stechen, auch wenn sie Alternativen zur Auswahl haben, zeigt eine Studie, die gerade in der Fachzeitschrift Frontiers in Ecology and Evolution erschienen ist. Ein Team um die brasilianische Mückenexpertin Dálete Cássia Vieira Alves machte sich mitten im brasilianischen Regenwald auf Mückenjagd und fing mithilfe von Lichtfallen 1714 Moskitos. Neben Menschen leben in der Region 270 weitere Säugetierarten, 850 verschiedene Vögel, 370 Amphibien und 200 Reptilien – alles potenzielle Opfer für die weiblichen Moskitos, die das Blut, beziehungsweise die Proteine darin, für die Eireifung benötigen.

Trotzdem stürzen sich die Insekten am liebsten auf Menschen: „Wir haben gezeigt, dass die Moskitos, die wir gefangen haben, eine klare Präferenz für Menschen haben“, sagt Jeronimo Alencar, der an der Studie beteiligt war, in einer Pressemitteilung.

Manche der Insekten hatten gleich mehrere Arten angefallen

Als Erstes mussten die Forscher dafür aus dem Mückenhaufen alle weiblichen Moskitos heraussuchen, die gerade jemanden gestochen hatten, erkennbar an ihrem angeschwollenen Hinterleib. Dann holten sie das Opferblut aus dem Körper der Mücken und analysierten das darin enthaltene Erbgut. Genauer gesagt machten sie sich auf die Suche nach „Barcodes“. Im Erbgut jeder Tierart gebe es einen solchen Barcode, einen speziellen Abschnitt auf der DNA, der nur bei dieser Spezies vorkommt und deshalb eine Art Erkennungszeichen ist, schreiben die Autorinnen und Autoren in ihrer Studie.

Bei lediglich 24 Moskitos funktionierte die aufwendige Prozedur, aber das Ergebnis war beeindruckend: 18 der Mücken hatten Menschen gestochen, nur sechs einen Vogel und lediglich jeweils eine einen Hund, eine Amphibie beziehungsweise eine Maus. Manche der Insekten hatten gleich mehrere Spezies angefallen. Die Mücke beispielsweise, die an der Amphibie gesaugt hatte, hatte zusätzlich auch Menschenblut in sich.

Woher kommt diese deutliche Vorliebe ausgerechnet für Menschen? Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten, dass sie –zumindest in Brasilien – erst in jüngster Vergangenheit entstanden ist. Sie mutmaßen, dass die Zerstörung des Regenwaldes den Hunger der Moskitos auf menschliches Blut gesteigert hat. Mehr als 70 Prozent des Atlantischen Regenwaldes, der ursprünglich ein Gebiet von 1,3 Millionen Quadratkilometer bedeckte, seien inzwischen abgeholzt. Mit dem Wald seien viele Tiere verschwunden, an denen die Moskitos früher ebenfalls ihren Blutdurst hätten stillen können.

Das Faible der Insekten für Menschenblut ist nicht nur lästig, sondern auch gefährlich: Viele Mückenarten übertragen beim Stechen nämlich Krankheiten wie Malaria, Gelbfieber und Dengue. Die Asiatische Tigermücke etwa kann 20 verschiedene Krankheitserreger weitergeben. Das gestreifte Biest breitet sich auch in Deutschland aus.

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