Mondlandung: Apollo-Helden heute:Stille, Staub und Stürze

Neil Armstrong, Michael Collins und Buzz Aldrin wurden als die strahlenden Helden von Apollo 11 gefeiert. Und was kam nach der Mondlandung?

Christiane Fritz

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Mondlandung: Apollo-Helden heute:Drei von 50

Apollo 11, Neil Armstrong, Edwin Aldrin, Michael Collins, Mondfahrt, Raumfahrt, Weltall

Quelle: SZ

Unter 50 Astronauten wählt die Nasa für die erste Mondlandung drei aus: Edwin "Buzz" Aldrin (links) und Michael Collins (rechts). Auch Neil Armstrong (Mitte) gehört dazu. Er ist zwar der einzige, der nicht (mehr) beim Militär ist, aber seine Erfahrungen als Testpilot für Raketenflugzeuge qualifizieren ihn für die Mission.

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Mondlandung: Apollo-Helden heute:Pilotenschein noch vor dem Führerschein

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Armstrong wird der Kommandant der Apollo 11 - zu diesem Zeitpunkt ist er 38 Jahre alt. Geboren wird Neil Alden Armstrong, so sein vollständiger Name, am 5. August 1930 im US-Bundesstaat Ohio. Bereits als Kind ist er vom Fliegen begeistert. Mit sechs steigt er zum ersten Mal mit einer Propellermaschine in die Luft. Während der Highschool jobbt er, um seine Flugstunden zu finanzieren. Im Gegensatz zu seinen Mitschülern kann Armstrong zuerst ein Flugzeug steuern - erst später erwirbt er den Führerschein. Nach der Highschool bleibt Armstrong seiner Leidenschaft Fliegen treu und studiert Luftfahrtechnik, um Flugzeugingenieur zu werden. 1962 ist es soweit: Die Nasa nimmt ihn in ihr Programm auf.

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Mondlandung: Apollo-Helden heute:Professor für Raumfahrttechnik

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16 Stunden trainiert der zukünftige Astronaut mit seinen Kollegen für die Mission. Warum Armstrong als erster Mensch den Mond betreten darf, erklärt die Nasa nie offiziell. Armstrongs Fähigkeit, in schwierigen Situation Ruhe zu bewahren, spricht für ihn. Mehrfach rettet ihn seine Reaktionsschnelligkeit vor dem Tod - etwa 1968, als sein Trainings-Mondlandegerät auf einem Routineflug abstürzt und er mit einem Fallschirm abspringen kann.

Es war wohl auch diese Eigenschaft, die die Nasa bewog, Armstrong zum Kommandanten von Apollo 11 zu machen. Nach dem Ende der Mission bleibt Neil Armstrong zunächst bei der Nasa und arbeitet dort in leitender Funktion. In den achtziger Jahren unterrichtet er als Professor für Raumfahrttechnik an der Universität von Cincinnnati.

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Mondlandung: Apollo-Helden heute:Unerlaubter Verkauf der Haare

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Später wird Armstrong Mitglied im nationalen Raumfahrtausschuss und im Challenger-Untersuchungsausschuss - beim Start des Space Shuttles Challenger war die siebenköpfige Besatzung 1986 verunglückt. Danach wird es ruhig um seine Person. Schlagzeilen macht Armstrong erst wieder im Mai 2005: Da will er seinen Friseur verklagen. Dieser hatte Haare der Raumfahrtlegende für mehrere tausend Dollar verkauft, und dagegen hatte Armstrong etwas.

Armstrong lebt heute zurückgezogen auf einer Farm nahe Lebanon, Ohio. In die Rolle des Helden wollte Armstrong nach der erfolgreichen Rückkehr als erster Mensch auf dem Mond nicht schlüpfen. Er ist zwar bis heute der berühmteste Astronaut der Nasa geblieben, aber er ist auch der Schweigsamste. Anders als viele seiner früheren Kollegen hat Armstrong zahllose lukrative Angebote ausgeschlagen, seine Erlebnisse und Gedanken in Büchern niederzuschreiben.

Am 26. August 2012 ist er im Alter von 82 Jahren verstorben.

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Mondlandung: Apollo-Helden heute:Studium am MIT

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Mit Armstrong teilt Edwin Eugene "Buzz" Aldrin das Geburtsjahr. Den Namen "Buzz" verdankt er seiner kleinen Schwester, die "brother" (Bruder) nicht richtig aussprechen konnte. Nach der Schule absolviert Aldrin die Militärakademie in Westpoint, danach geht er zur Luftwaffe. Aldrin studiert Astronautik am berühmten MIT, dem Massachusetts Institute of Technology, wo er auch promoviert. Wertvolle Weltraum-Erfahrungen sammelt Aldrin bereits vor Apollo 11. Den ersten langen Spaziergang im Weltraum unternimmt er 1966.

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Mondlandung: Apollo-Helden heute:1966 erster längerer Weltraumspaziergang

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1969 betritt Aldrin als zweiter Mensch den Mond. Dabei empfindet er eine "großartige Trostlosigkeit", wie er später einem US-Magazin erzählt. "Unzählige Menschen haben jahrelang geforscht, damit wir diese Reise machen können. Und dann kommen wir als erste Menschen in der Geschichte der Welt auf dem Mond an, und es ist dort trostloser und einsamer als an irgendeinem Ort auf der Erde." Es sei schwer zu begreifen gewesen, fügt er hinzu. "Totale Stille, kein Leben, nur tote Materie - nur Staub, der absolut alles bedeckt."

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Mondlandung: Apollo-Helden heute:Überwindung der Alkoholsucht als größter Erfolg

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Die Landung mit der Eagle (Adler) auf dem Mond bringt Aldrin viel Anerkennung. Nach der Mission bleibt Aldrin zunächst bei der Weltraumbehörde, die er 1971 aber verlässt. Danach übernimmt er die Leitung des Astronauten-ausbildungszentrums ARPS in Kalifornien, später wird er Berater bei einer Hilfsorganisation.

Aldrins Karriere scheint steil zu verlaufen - schlägt jedoch ins Gegenteil um. Vor allem wohl als zweiter Mensch, den Mond betreten zu haben, macht Aldrin depressiv und alkoholabhängig. Als seinen größten Erfolg verbucht er nicht die Mondlandung, sondern vom Alkohol losgekommen zu sein. Dass er später einmal Cadillacs in Beverly Hills verkaufen würde, hätte Aldrin wohl selbst nicht für möglich gehalten. Heute tritt "Buzz" Aldrin als Autor auf. Sein neuestes Buch stellt er vor kurzem in London vor. Aldrin hat es nie überwunden immer als zweiter Mann, der den Mond betrat, zu gelten. Ein kleiner Trost: Auf den Fotos vom Mond ist vor allem er zu sehen, da Armstrong die Kamera bedient.

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Mondlandung: Apollo-Helden heute:Grübler Collins

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Wie muss sich erst Michael Collins gefühlt haben? Er begleitete seine Kollegen zwar Richtung Mond, aber nicht auf den Erdtrabanten. Michael Collins ist das dritte Crewmitglied von Apollo 11. Er wird am 31. Dezember 1930 in Rom geboren. Der 1,87 Meter große Mann gilt unter den Kollegen weniger als Abenteurer denn als Grübler. Wie auch Armstrong entdeckt Collins sein Interesse am Fliegen in der Kindheit, genauer gesagt: die Superhelden Flash Gordon und Buck Rogers wecken in ihm die Leidenschaft, die Lüfte zu erkunden. Nach dem Ende der Schulzeit wird Collins Kampfflieger und Testpilot.

Collins: AFP

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Mondlandung: Apollo-Helden heute:Allein an Bord

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Bei der Nasa aufgenommen, teilt ihm die Raumfahrtbehörde zunächst das Spezialgebiet Raumfahrtanzüge zu. Er testet die Anzüge, die verschiedene Firmen schicken und unterbreitet Verbesserungsvorschläge. Später wird er Pilot und fliegt 1966 mit dem bemannten Weltraumflug Gemini 10 ins All. Während der Apollo 11 Mission ist Collins zwar mittendrin, aber irgendwie auch nicht dabei. Während seine Kollegen einen Himmelskörper erkunden, muss Collins zurück an Bord des Mutterschiffs Columbia bleiben, denn in der Mondlandefähre war nur für zwei Mann Platz. Auf dem Mond führen Armstrong und Aldrin über mehrere Stunden Experimente durch, während Collins einsam über ihnen den Erdtrabanten umkreist. Zum Einsatz kommt er erst wieder später: Er ist vor allem für das Andocken der zurückkehrenden Mondlandefähre Eagle verantwortlich.

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Mondlandung: Apollo-Helden heute:General, Staatssekretär, Direktor

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Nach Apollo 11 beendet Collins seine Astronautenlaufbahn und wird General der Air Force, später Staatssekretär für Öffentliche Angelegenheiten im US-Außenministerium und dann Direktor des Nationalen Raumfahrtmuseums der Smithsonian Foundation in Washington D.C. Die Zurückhaltung, die ihn und seine Aufgabe bei der ersten Mondlandung kennzeichnen, prägen auch sein späteres Leben. Über seine weiteren beruflichen Stationen ist kaum etwas bekannt.

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Mondlandung: Apollo-Helden heute:Besuch beim Papst

Apollo 11, Neil Armstrong, Edwin Aldrin, Michael Collins, Mondfahrt, Raumfahrt, Weltall

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Auf die Erde zurückgekehrt, werden Armstrong, Aldrin und Collins nicht nur in den USA als Helden gefeiert. Ihre 45-tägige Weltreise führt die drei Männer in 27 Städten in 24 Ländern. Auch Papst Paul VI empfängt die Astronauten im Vatikan.

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