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Mondforschung:Der Mond ist feucht

Von wegen staubtrocken: Wissenschaftler haben entdeckt, dass es Wasser auf dem Mond gibt. Wie feucht der Trabant wirklich ist, ist allerdings noch unklar.

Die Hinweise waren da, man hätte sie nur beachten müssen: Als Mondforscher vor 40 Jahren im US-Raumfahrtzentrum Houston jene Bodenproben öffneten, die Apollo-Astronauten zurück zur Erde gebracht hatten, entdeckten sie darin zu ihrer Verwunderung Spuren von Wasser.

Mythos staubtrockener Ort

Offensichtlich, so wurde seinerzeit vermutet, hatte das schwüle texanische Klima das nur unzureichend verschlossene Mondgestein kontaminiert. Der Mythos vom Mond als staubtrockener Ort war geboren. Doch das war offensichtlich ein Fehler, wie neue Forschungsergebnisse zeigen.

Gleich drei Raumsonden haben unabhängig voneinander Spuren von Wasser auf dem Mond entdeckt - und zwar nicht an einzelnen Stellen, sondern über dessen gesamte Oberfläche Verteilt. "Angesichts der neuen Erkenntnisse muss die Idee, der Mond sei trocken, überdacht werden", forderte Paul Lucey, Planetenforscher an der Universität Hawaii, im Fachmagazin Science. "Er ist es einfach nicht." Schon träumen Raumfahrer davon, mit dem Wasser auf dem Mond künftige Kolonien zu versorgen. Auch Sauerstoff zum Atmen und Wasserstoff für Raketenantriebe könnte daraus gewonnen werden - zumindest in der Theorie.

Bei der Vermutung, dass es Wasser auf dem Erdtrabanten geben könnte, standen bislang allenfalls die beiden Polregionen des Mondes in Verdacht. Dort, in tiefen Krater, die niemals von der Sonne beschienen werden, könnte sich Eis Millionen Jahre lang gehalten haben.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Nasa-Sonde Lunar Reconaissance Orbiter am Südpol des Mondes Hinweise auf Wasserstoff entdeckt. Eine endgültige Bestätigung steht aber noch aus. Diese könnte aber in zwei Wochen kommen, wenn die amerikanische LCROSS-Sonde am Südpol einschlagen wird. Die Mondforscher hoffen, dass bei der absichtlichen Kollision große Mengen Eis herausgeschleudert werden, die anschließend analysiert werden können.

Auf der nächsten Seite: Wie Mondwissenschaftler auf den mysteriösen Wasserfund reagiert haben.