Mondfinsternis So sehen Sie den Blutmond mit Mars als Zugabe

Bei einer totalen Mondfinsternis leuchtet der Mond blutrot am Himmel.

(Foto: dpa)

Ein Jahrhundertschauspiel am Himmel: Am Freitag ist eine besonders lange totale Mondfinsternis zu sehen. Fakten, Hintergründe und Tipps.

Von Stephanie Göing

Am Freitag, den 27. Juli, spielt sich am Nachthimmel ein besonderes Spektakel ab. Nicht nur der Mond verdunkelt sich, auch der Mars wird gleichzeitig besonders gut zu sehen sein.

Was passiert bei einer totalen Mondfinsternis genau?

Der Mond wandert in den Kernschatten der Erde. Er versteckt sich quasi hinter der Erde vor dem Licht der Sonne. Wäre man auf dem Mond, könnte man dort also eine totale Sonnenfinsternis erleben.

Warum ist diese Mondfinsternis so besonders?

Es ist die längste totale Mondfinsternis des gesamten 21. Jahrhunderts. Erst im Jahr 2123 wird es wieder eine geben, die länger ist - aber nur zwei Minuten. Eine totale Mondfinsternis ist selten: Sie findet nur dann statt, wenn die Erde genau auf einer geraden Linie zwischen Sonne und Mond steht. Da das Ereignis im Sommer liegt, sind zudem die Chancen auf wolkenlosen Himmel und damit auf freien Blick besonders gut. Die Dämmerung sorgt dabei für einen speziellen Lichteffekt.

Wie lange wird das Spektakel dauern?

Um 20:24 Uhr beginnt der Mond seine Wanderung in den Kernschatten der Erde. Insgesamt taucht er dann ab 21:30 Uhr für eine Stunde und 43 Minuten vollständig in den Erdschatten ein, bevor er diesen um 23:14 Uhr verlässt. Kurz nach ein Uhr leuchtet der Vollmond dann wieder hell am Nachhimmel. Der Höhepunkt der Mondfinsternis ist gegen 22:22 Uhr.

Wo kann man die Mondfinsternis sehen?

Das Spektakel ist in ganz Europa zu sehen, sowie in Afrika und Westindien. Wer gerade Urlaub auf den Malediven macht, hat Glück: Besonders schön soll die Mondfinsternis von den Inseln im Indischen Ozean aus zu beobachten sein, da dort der Mond besonders früh aufgeht und höher steht.

Wie kann man sie am besten sehen?

Im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis kann man eine Mondfinsternis gut mit dem bloßen Auge verfolgen - mit einem Fernglas sogar noch besser. Allerdings steht der Mond von Deutschland aus sehr tief am südöstlichen Horizont, daher sollte man sich möglichst einen Platz in der Natur suchen, der freien Blick auf den Himmel in diese Richtung bietet. Kleiner Tipp: Wählen Sie einen Ort, der östlich von der nächsten Stadt liegt, dann befindet sich der störende Lichtkegel hinter Ihnen. Und auf wolkenfreien Himmel sollten Sie natürlich hoffen.

Was ist noch so spektakulär an dieser Nacht?

Eine ganz besondere Konstellation macht diese Nacht zum astronomischen Sommernachtstraum: Zusätzlich zur Mondfinsternis ist nämlich der Mars so groß und hell wie selten zu sehen. Das passiert, wenn der Rote Planet der Sonne und der Erde besonders nahe steht. Nur etwa alle 15 Jahre ist das der Fall. Mit ungefähr 58 Millionen Kilometern ist der Mars am 27. Juli auf Minimalabstand zur Erde. Er leuchtet die ganze Nacht hindurch rötlich schräg rechts unterhalb des Mondes.

Was ist ein Blutmond?

Eine totale Mondfinsternis wird auch als Blutmond bezeichnet, denn der Mond leuchtet dabei tiefrot. Reststrahlen der Sonne, die durch die Ränder der Erdatmosphäre dringen, fallen noch auf den Mond. Die Luftschicht der Erde streut das Licht dabei so, dass vorwiegend langwellige, also rote Strahlung hindurchdringt, so wie bei einem Sonnenuntergang. Daher ist der Mond als kupferfarbene Scheibe am Himmel zu sehen.

Wie gelingen die schönsten Fotos der Mondfinsternis?

Wer das Schauspiel mit Blutmond und leuchtendem Mars fotografisch festhalten möchte, sollte auf eine feste Unterlage für die Kamera achten. Ein Stativ ist optimal, aber auch ein Tisch oder eine Mauer reichen aus. Damit die Himmelskörper auf den Bildern groß zu sehen sind, ist ein Teleobjektiv wichtig, optimalerweise eines mit 400 Millimeter Brennweite. Die Empfindlichkeit sollte man besser nicht zu hoch einstellen, dafür aber die Belichtungszeit leicht verlängern, rät Ulrich Köhler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Genügend Zeit zum Experimentieren mit den besten Einstellungen bleibt bei dieser besonders langen Mondfinsternis auf jeden Fall.

Was gibt es sonst noch über die Mondfinsternis zu wissen?

  • Der Mond geht in München um 20:48 Uhr auf, weiter nördlich noch später - die Mondfinsternis hat also bei Mondaufgang bereits begonnen.
  • Auch Jupiter und Saturn sind am 27. Juli am Nachthimmel gut zu sehen.
  • Die letzte totale Mondfinsternis fand am 28. September 2015 statt.
  • Der Blutmond vom 16. Juli 2000 war mit drei Minuten zwar länger als der diesjährige, zählte aber noch zum 20. Jahrhundert.
  • Am 21. Januar 2019 gibt es die nächste totale Mondfinsternis zu bestaunen - allerdings um halb fünf Uhr morgens.

Mit Material der dpa.

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