MondmissionNoch einmal schlafen bis zur Landung

Die Artemis-2-Crew setzt zum Landeflug an.
Die Artemis-2-Crew setzt zum Landeflug an. Uncredited/Uncredited/NASA/AP/dpa

Nach zehn Tagen steuert die Artemis-2-Crew nun wieder auf die Erde zu. Ihre letzte Herausforderung: in der Kabine alles festschnallen – und die „Feuerball“-Landung im Pazifik.

Alle Entwicklungen im Liveblog

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates
Artemis-2-Crew bereitet sich auf Landung vor 
Laserstrahlen bringen die „Orion“-Bilder zur Erde
„Orion“-Crew sendet beeindruckende Fotos von Mond und Erde
„ Orion“-Crew telefoniert mit US-Präsident Trump
„Orion“ umrundet Mond – Rückflug zur Erde hat begonnen

Letzte Schlafphase vor der Landung

Vor ihrer Rückkehr auf die Erde ist für die vier Astronauten der Artemis-2-Mission gegen neun Uhr morgens deutscher Zeit die letzte Ruheperiode angebrochen, um 17.35 Uhr werden sie dem Nasa-Zeitplan zufolge geweckt. Nach dem Frühstück bereiten sie die Kabine auf die Landung vor, damit Ausrüstung und Gepäck gut gesichert sind und ihnen während dieser Phase nichts um die Ohren fliegt – also ähnlich wie im Caravan. Für 20.53 Uhr ist noch einmal eine kleine Kurskorrektur vorgesehen, mit der Abtrennung des Europäischen Servicemoduls vom Crewmodul beginnt dann am Samstagmorgen um 1.33 Uhr deutscher Zeit im Wortsinne die heiße Phase der Landung. Um 2.07 Uhr soll die Orion im Pazifik vor der kalifornischen Küste bei San Diego wassern. 
Nach Nasa-Angaben ist es in der Nacht zum Freitag zeitweise zu einem Signalverlust bei der Kommunikation gekommen, Grund sei eine Änderung bei der übertragenen Datenrate gewesen. Zwei Stunden später habe man die Orion-Kapsel mit einer neun Sekunden langen Triebwerkszündung um 1,6 Meter pro Sekunde beschleunigt. Damit soll der gewünschte Wiedereintrittswinkel getroffen werden, um eine optimale Flugbahn auf dem Weg in den Pazifik zu erreichen. 
Die Kapsel ist derzeit immer noch etwa 145 000 Kilometer von der Erde entfernt und hat mittlerweile eine Geschwindigkeit von fast 7000 Kilometern pro Stunde. Sie soll später mit knapp 38 400 Kilometern pro Stunde auf die Erdatmosphäre treffen.

Ein letzter Aufwach-Song

Die letzte Schlafphase vor der Landung ist vorbei - und natürlich wurde die Crew auch ein letztes Mal musikalisch geweckt. „Run to the Water“ von Live dudelte durch die Kapsel. Darin singt der Leadsänger Ed Kowalczyk:

Run to the water
And find me there
Burnt to the core but not broken
We'll cut through the madness
Of these streets below the moon
These streets below the moon

Nach dem Weckruf beginnen für Reid Wiseman, Jeremy Hansen, Victor Glover und Christina Koch jetzt die allerletzten Vorbereitungen auf die Landung. In der Nacht auf Samstag wassern die vier Astronautinnen und Astronauten im Pazifik vor der kalifornischen Küste bei San Diego. Und dann laufen auch sie wieder hier auf der Erde durch die Straßen „below the moon“.

Zur offiziellen Aufwach-Song-Playlist der Nasa geht es hier: 
Artemis II Wake-Up Songs
Playlist · NASA · 10 items · 71.7K saves
spotify.com
Laura Otter

Artemis-2-Crew steht kurz vor „Feuerball“-Landung 

Nachdem sie als erste Menschen seit mehr als 50 Jahren um den Mond herumgeflogen sind, steht den vier Artemis-2-Astronauten mit der Rückkehr zur Erde die letzte große Herausforderung ihrer Mission bevor. „Seit dem 3. April 2023, als wir für diese Mission ausgewählt worden sind, denke ich über die Rückkehr nach“, sagte US-Astronaut Victor Glover bei einer Pressekonferenz aus der Orion-Kapsel. Es sei wie einen „Feuerball durch die Atmosphäre zu reiten“.

Mit einem komplizierten Manöver soll die vierköpfige Crew in der kommenden Nacht gegen 2.07 Uhr MESZ im Pazifik nahe San Diego aufkommen. Zeitweise soll ihre Kapsel dabei eine Geschwindigkeit von bis zu etwa 38 400 Kilometern pro Stunde erreichen, was den Astronauten extreme körperliche Belastungen aussetzt.

Orion ist beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre großer Hitze ausgesetzt, die Astronauten sollen durch einen speziellen Hitzeschild geschützt werden. Für rund sechs Minuten wird planmäßig die Kommunikation mit dem Kontrollzentrum ausfallen. Mithilfe von Fallschirmen soll die Kapsel anschließend abgebremst im Pazifik aufkommen. Letzte Wettervorhersagen und Außenaufnahmen von Orion sähen gut aus, hieß es von der Nasa.

Lesen Sie hier mehr über die genaue Route des Raumschiffs:

Vorschau auf Wasserung im Pazifik

Eines der anspruchsvollsten Manöver des Fluges von Artemis 2 ist die Wasserung der Orion, die am Samstag für etwa 2.07 Uhr morgens deutscher Zeit im Pazifik vor der Küste von San Diego vorgesehen ist. Die etwa 13-minütige Landephase absolviert der Autopilot, wie Nasa-Flugdirektor Jeff Radigan in der Nacht zum Freitag bei der Artemis-Pressekonferenz sagte. Die Crew könne zwar im Notfall übernehmen. „Das ist aber kein System, das man selbst manuell steuern möchte“, juxte er.

Nach der Wasserung muss die Crew die Kapsel sichern, bevor sie die Luke öffnen kann. Sobald das Umfeld der Kapsel sicher ist, können die Bergungskräfte per Schiff näher kommen und die Astronauten nach und nach aus der Kapsel holen. Dieser Vorgang dauert nach Angaben Radigans 30 bis 45 Minuten. Je nach Seegang und Möglichkeiten sollen neben der Kapsel auch die Fallschirme geborgen werden. Radigan gab sich zuversichtlich: „Das Wetter sieht gut aus“, sagte er.

Die Planung sieht vor, dass Astronautin Christina Koch und ihre Kollegen Victor Glover, Jeremy Hansen und Reid Wiseman dann innerhalb von zwei Stunden per Hubschrauber zum Bergungsschiff USS John P. Murtha geflogen werden. Dort sind erste medizinische Untersuchungen der Crew und eine Pressekonferenz vorgesehen, bevor sie per Flugzeug zum Johnson Space Center der Nasa in Houston weiterfliegen.

Wissens-Redakteurin Theresa Palm und Infografikerin Julia Schubert beschreiben die Landephase im Detail:

Der Kommandant der Artemis-2-Mission

Nasa-Astronaut Reid Wiseman war gemeinsam mit seiner Crew so weit entfernt von der Erde wie nie ein Mensch zuvor. Für den Kommandanten der „Orion“  ist damit ein Traum wahr geworden. Was seine verstorbene Frau damit zu tun hat, hat SZ-Korrespondent Boris Hermann aufgeschrieben.

Nachdenken und Cookies essen

In der Nacht auf Donnerstag konnten Journalisten der Artemis 2-Crew auf einer ins All gefunkten Pressekonferenz ihre Fragen stellen. Die vier Astronautinnen und Astronauten schwebten auf einer Seite der Orion-Kabine und reichten sich das Mikrofon hin und her, um die Fragen zu beantworten.

Auf die Frage, inwiefern sich die Perspektive der Crew auf den Mond während der Mission verändert hat, antwortete Jeremy Hansen: „Wir haben einige außergewöhnliche Dinge gesehen. Dinge, die so ähnlich aussehen, wie wir uns das vorgestellt haben, und Dinge, die ich mir niemals hätte vorstellen können.“ Generell habe die Mission aber nur seine Sicht bestärkt, dass die Erde ein fragiler Planet im Weltall sei "und wir uns glücklich schätzen können, hier zu leben".
 
Reid Wiseman beschrieb, wie die Crew die 40 Minuten ohne Funkkontakt zur Erde erlebt hat: „Wir konnten darüber gar nicht wirklich nachdenken.“ Gerade dieser Zeitpunkt sei einer der arbeitsintensivsten der gesamten Mission gewesen. Trotzdem hätten sie sich drei Minuten genommen, um über diesen besonderen Moment zu reflektieren - und Cookies zu essen.

Zum Leben an Bord der Orion gefragt, erzählte Christina Koch lachend, dass alles, was man an Bord tue, egal ob essen, aus dem Fenster schauen oder forschen, eine Vier-Personen-Aktivität sei. Immer komme man sich in die Quere. Aber das sei schlicht lustig. Generell sehe die Crew die gesamte Artemis-2-Mission als Vorbereitung für nachfolgende Missionen. Artemis sei ein Staffellauf. Die Vier hätten sich sogar tatsächliche Staffelstäbe gekauft, um sie an die nächste Crew zu überreichen.
 
Um zwei Uhr morgens deutscher Zeit wird die Orion am Samstag zur Erde zurückkehren. Die Kapsel soll im Pazifik vor der Küste nahe San Diego wassern. 
Laura Otter

Artemis-2-Crew bereitet sich auf Landung vor 

Die vier Astronauten der Artemis-2-Mondmission bereiten sich auf ihre Rückkehr zur Erde vor. Die Crew habe – nachdem sie von dem Song „Under Pressure“ von Queen und David Bowie aufgeweckt worden sei – noch einmal zahlreiche wissenschaftliche Tests vorgenommen und damit begonnen, Equipment zu verstauen, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit.

Zwischendurch gratulierte ihnen zudem der kanadische Premierminister Mark Carney per Live-Schalte: „Die Kanadier können gar nicht stolzer auf euch sein.“ In der Nacht zum Samstag (MESZ) soll die Crew im Pazifik wieder auf der Erde aufkommen. Die Wettervorhersage sehe derzeit gut dafür aus, hieß es von der Nasa.

Einen Geschwindigkeitsrekord werden die Astronauten dabei aber – anders als ursprünglich gedacht – wohl doch nicht knacken, sagte Nasa-Manager Rick Henfling. „Unsere Vorhersage für Artemis 2 ist, dass wir eine Maximalgeschwindigkeit von 10 657 Metern pro Sekunde erreichen werden. Das ist weniger als der Rekord von Apollo 10 von 11 094 Metern pro Sekunde.“ Die vier Artemis-2-Astronauten sind die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes.

Rücksturz zur Erde

Wenn die Orion am Samstag gegen zwei Uhr deutscher Zeit zur Erde zurückkehrt, wird sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre eine Geschwindigkeit von etwa 38 366 Stundenkilometern haben, teilte Nasa-Flugdirektor Rick Henfling auf einer Pressekonferenz am Mittwoch mit. Der Geschwindigkeitsrekord eines bemannten Fluges liege bei 39 930 Stundenkilometern beim Wiedereintritt der Kapsel von Apollo 10 im Mai 1969. Bei dieser Mission hatte die Crew die Mondfähre direkt am Mond getestet. Zum Vergleich: Die Crew Dragon, die Astronauten von der Raumstation ISS in 400 Kilometern Höhe zurück zur Erde bringt, ist beim Wiedereintritt etwa 28 000 Stundenkilometer schnell.

Die Orion-Kapsel soll im Pazifik vor der Küste nahe San Diego wassern. Die Nasa rechnet damit, dass die vier Astronauten beim abrupten Abbremsen durch Atmosphäre und Fallschirme Kräften von bis zu 3,9 G ausgesetzt sind – also dem 3,9-Fachen der Erdschwerkraft. Sollte die Kapsel von dem geplanten Landebereich abweichen, könnten die G-Kräfte im ungünstigsten Fall bis zu 7,5 ausmachen. Die Apollo-11-Astronauten erlebten während der Landung laut Nasa 6,56 G, die von Apollo 16 sogar 7,19 G. Dies hängt von den Wiedereintrittsbedingungen wie Geschwindigkeit, Eintrittswinkel und atmosphärischen Bedingungen ab. Die Kapsel ist Temperaturen von bis zu 2760 Grad Celsius ausgesetzt, die beim Wiedereintritt in etwa 60 Kilometern Höhe erreicht werden. Doch davor soll ein Hitzeschild schützen. Ungefähr 42 Minuten vor der Wasserung wird das Europäische Servicemodul ESM vom Crewmodul abgetrennt. Es soll in der Atmosphäre verglühen.

Derzeit sind die Astronauten noch etwa 300 000 Kilometer von der Erde entfernt.
Marlene Weiß
Marlene Weiß

Immer wieder Ärger mit dem Klo

Die Artemis-2-Mission muss wirklich herausragend gut laufen, wenn die Rede am Ende doch stets auf die Bordtoilette kommt, auch bei der Nasa-Pressekonferenz am Dienstag. „Die Toilette funktioniert perfekt!“, stellte Nasa-Managerin Lori Glaze etwas trotzig klar. Nur, ja, äh, also, der Abfluss. Der macht Probleme. Aber ist der Abfluss nicht ein wesentlicher Teil eines funktionierenden Klos? 
Dabei ist es ein enormer Fortschritt, dass die Astronauten überhaupt ein Klo haben. Die Apollo-Astronauten mussten Beutel nutzen, was manchmal auch schiefging. Legendär ist der Moment auf der Apollo-10-Mission, als ein unidentifiziertes Objekt durch die Kapsel flog. Es folgten Sätze für die Ewigkeit: „Gebt mir schnell eine Serviette!“ - „Ich glaube nicht, dass das einer von meinen ist.“
An Bord von Orion gibt es hingegen sogar eine Toilette mit Kabine, also Privatsphäre. Wie auch an Bord der Internationalen Raumstation gibt es einen Schlauch für flüssige und eine Schüssel für feste Ausscheidungen. Aber anders als auf der ISS wird der Urin nicht zu Trinkwasser aufbereitet, sondern gesammelt, chemisch behandelt und dann ins All abgelassen. Und dieser Teil funktioniert nicht recht.

Schon am Samstag gab es Probleme. Zeitweise war die Toilette zwar „Go“, aber nur „for fecal use“, wie CNN berichtete – dieser Teil der Ausscheidungen wird ohnehin an Bord gesammelt. Für alle anderen Bedürfnisse blieben Beutel. Zunächst hatte man bei der Nasa vermutet, es liege an gefrorenem Urin in der Leitung. Daraufhin wurde der Teil des Raumschiffs in die Sonne gedreht, die Leitungen im Innern wurden beheizt, wie Flugleiter Rick Henfling am Dienstag sagte. Aber das löste das Problem nicht ganz. Die neueste Theorie sei, dass aufgrund einer chemischen Reaktion der Mittel, die Biofilme verhindern sollen, möglicherweise ein Filter verstopft ist. Wie auch immer, man werde das klären, wenn das Raumschiff zurück in Florida sei.

Tests von Kleidung gegen Durchblutungsstörungen

Während des Rückflugs zur Erde stehen heute für die Astronauten weitere Tests auf dem Programm. Reid Wiseman und Victor Glover sowie Christina Koch und Jeremy Hansen wollen ein spezielles Kleidungsstück gegen die sogenannte orthostatische Intoleranz testen. Dabei geht es um eine Kreislaufstörung, bei der das Stehen oder Sitzen wegen schlechter Durchblutung zu Schwindel, Herzrasen und Übelkeit führen kann. Die Kleidung soll den Astronauten dabei helfen, ihren Blutdruck und ihre Durchblutung während des Übergangs zurück in die Erdschwerkraft aufrechtzuerhalten.

Außerdem sollen sie noch einmal ihre Orion-Kapsel manuell steuern und ein bestimmtes Ziel zentrieren, also den Autopilot ausmachen und selbst steuern.

Ein Ferngespräch im All

Die Artemis-2-Crew befindet sich auf dem Heimweg. Wie die Nasa mitteilte, hat die Orion-Kapsel den Punkt passiert, an dem die Schwerkraft der Erde wieder stärker auf das Raumschiff wirkt als die des Mondes. Aber eine besondere Chance wurde noch genutzt: Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen unterhielten sich eine Viertelstunde lang mit den vier derzeit auf der Internationalen Raumstation ISS stationierten Astronautinnen und Astronauten: von Raumschiff zu Raumschiff. Die ISS-Astronautin Jessica Meir fragte ihre Kollegin Koch wie sie Mond und Erde aus der Orion-Perspektive erlebt habe. „Ich habe nicht nur die Schönheit der Erde bemerkt, sondern auch, wie viel Dunkelheit drum herum war und das hat es noch viel mehr besonders gemacht.“ 

In der Nacht zum Samstag (MESZ) soll die Crew wieder auf die Erde zurückkehren und im Pazifik landen.
Laura Otter

Nasa veröffentlicht Playlist, mit der die Astronauten geweckt werden 

Jeden Morgen der zehntägigen Mission wird die Orion-Crew vom Kontrollzentrum von der Erde aus mit einem anderen Lied geweckt. Diese musikalischen Weckrufe sind Tradition bei der Nasa und dienen der Motivation und der positiven Haltung der Besatzung. Nun veröffentlicht die Nasa die Playlist auf Spotify: Die Crew ist bereits zu „In a Daydream“ der Freddy Jones Band und „Pink Pony Club“ von Chappell Roan in den Tag gestartet. 
Artemis II Wake-Up Songs
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Theresa Palm
Theresa Palm

Laserstrahlen bringen die „Orion“-Bilder zur Erde

Das Raumschiff Orion sendet zig spektakuläre Fotos, am frühen Donnerstagmorgen deutscher Zeit steht sogar eine kurze Liveschalte aus der Raumkapsel an. Wie schaffen es 20 Gigabyte Daten innerhalb von 45 Minuten vom Mond zur Erde, wie Nasa-Flugleiter Rick Henfling in einer Pressekonferenz vergangene Nacht erwähnte? Der Clou ist das Laser-Kommunikationssystem, das wesentlich mehr kann als herkömmliche Funkübertragung. Radiowellen transportieren nur wenige Megabit an Daten pro Sekunde.

Ganz normale Funksysteme nutzt die Orion zwar weiterhin auch. Das neue System O2O überträgt aber mit Infrarotlicht 4K-Videos aus der Crewkapsel. Die Laserbodenstationen stehen in New Mexico und Kalifornien, wo der Himmel meist klar ist. Natürlich geht es nicht nur um Videoanrufe, sondern auch um wissenschaftliche und Flug-Daten. Die von Henfling genannten Eckpunkte ergeben eine Rate von 60 Megabit pro Sekunde, so viel schafft das System also in der Praxis. In der Spitze sollen Übertragungsraten von bis zu 260 Megabit pro Sekunde möglich sein. Zum Vergleich: Dieser Blogeintrag gelangt über eine Internetverbindung von 171 Megabit pro Sekunde auf die Homepage.

„Orion“-Crew sendet beeindruckende Fotos von Mond und Erde

Es sind traumhafte Fotos, die die Orion-Crew von ihrem Mond-Umflug zur Erde gesendet haben: Bilder von der am Horizont untergehenden Erde, von der Sonnenfinsternis, bei der der Mond wie ein schwarzer Ball am Weltraum zu schweben scheint, von den Kratern auf dem Mond. Allesamt gestochen scharfe Fotos, ganz anders als man sie von der allerersten Mondmission kennt. Aber sehen Sie selbst:

Viel Hardware für die Mission kommt aus Europa

Europäische Technik ist für die Mondmission unverzichtbar. Hauptlieferant aus Europa ist der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus, der für die Orion-Kapsel das Europäische Servicemodul (ESM) baut. Die Raumfahrtagentur Esa hat bislang für etwa zwei Milliarden Euro insgesamt sechs solcher Servicemodule in Auftrag gegeben, Airbus baut sie in Bremen.

Bemerkenswert sind auch Star Tracker der Firma Jena Optronik, die an der Außenwand des ESM hängen. Die Crew kann mit den Sternsensoren navigieren, weil der Tracker anhand von Katalogen Sternformationen identifiziert und so die Lage der Kapsel im Weltraum bestimmen kann. Ein wichtiger deutscher Beitrag zu den Mondmissionen kommt von der Firma MT Aerospace in Augsburg. Die Tochter des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB baut für die SLS-Rakete. MT liefert dafür die Tankabdeckungen mit einem Durchmesser von 8,4 Metern. „Die Zulieferung für die SLS-Rakete war für uns sehr wichtig, um in den US-Markt zu kommen“, sagt MT-Chef Ulrich Scheib. 
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