Süddeutsche Zeitung

Mikrobiologie:Keim-Kur

Wissenschaftler haben herausgefunden, warum manche Bakterien im Darm Entzündungen hemmen. Bestandteile der Keime könnten künftig als Medikament gegen chronische Darmkrankheiten eingesetzt werden.

Das Immunsystem registriert, welche Arten von Bakterien sich im Darm vermehren. Einige Keimarten können Entzündungsreaktionen auslösen, während andere entzündungshemmend wirken. Daher versucht man, entzündliche Darmerkrankungen dadurch zu behandeln, dass man probiotische Darmbakterien verabreicht, die Abwehrreaktionen des Immunsystems unterdrücken. Ein Team um den koreanischen Biologen Sin-Hyeog Im von der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität in Pohang hat jetzt herausgefunden, worauf diese positive Wirkung im Fall von Bifidobacterium bifidum beruht: Bestimmte Bestandteile der Zellwand der Bakterien verstärken die Produktion entzündungshemmender Immunzellen in der Darmwand, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt Science Immunology. Im Vergleich zu gesunden Menschen hätten Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen geringere Keimzahlen an Bifidobakterien im Darm. Möglicherweise würde es schon genügen, Zellwandbestandteile dieser Bakterien einzusetzen, um anhaltende Entzündungsreaktionen im Darm zu verhindern oder Erkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn zu behandeln.

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Quelle:
SZ vom 22.10.2018 / wsa
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