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Meeresfund:Ältester Champagner der Welt gefunden - er schmeckt

Vermutlich eine Gabe von Ludwig XVI. an den russischen Zaren: In einem Schiffswrack in der Ostsee entdeckten Taucher sehr alten Champagner.

Die Geheimnisse der Meere gehören zu den schönsten Anregern der Fantasie. Was liegt da alles am Grund?

Champagner Champagnerglas

Champagner lässt sicih offenbar auch noch genießen, wenn er mehr als 230 Jahre alt ist.

(Foto: iStockphoto)

Zum Beispiel Champagner, der mehr als 230 Jahre alt ist und noch schmeckt. In einem Schiffswrack in der Ostsee zwischen Schweden und Finnland haben Taucher den vermutlich ältesten Edel-Schaumwein der Welt entdeckt.

Die 30 bestens erhaltenen Flaschen, auf denen allerdings kein Etikett war, könnten nach Angaben einer Weinexpertin und eines Tauchers vom Samstag aus einer der ersten Lieferungen von Veuve Clicquot stammen.

Die Taucher fanden die Ware nahe den finnischen Aland-Inseln. Aller Wahrscheinlichkeit nach handle es sich um Veuve Clicquot, sagt der Leiter der Tauchmission, Christian Ekström: "Wir stehen im Kontakt mit Moët & Chandon, und sie sind sich zu 98 Prozent sicher, dass es sich um Veuve Clicquot handelt."

Auf dem Korken sei ein Anker, so Ekström, und dieses Symbol habe in der Champagne nur dieser Hersteller verwendet. "Laut unseren Archiven stammt die Flasche aus den 1780er Jahren", sagt der Cheftaucher. Die Produktion von Veuve Clicquot habe 1772 begonnen, die erste Flasche sei aber erst 1782 ausgeliefert worden. "Also kann es nicht vor 1782 sein und auch nicht nach 1789, weil die Französische Revolution die Produktion stillgelegt hat."

Sollte sich das Alter bestätigen, wäre damit der Weltrekord des ältesten trinkbaren Champagners gebrochen. Bislang hält eine Flasche Perrier Jouët aus dem Jahr 1825 den Rekord. Da der Champagner im Wasser bestens gekühlt wurde, schmeckte er trotz seines hohen Alters gut, wie die Önologin Ella Grüssner Cromwell-Morgan feststellte. "Der Wein ist absolut wunderbar", sagt sie. "Er hat noch hübsche und feine Bläschen."

Der Weinexpertin zufolge handelt es sich bei dem Fund vermutlich um eine Lieferung des französischen Königs Ludwig XVI. an den russischen Zaren, die jedoch nie ihr Ziel erreichte. Sie schätzte den Wert auf mindestens 53.000 Euro pro Flasche.

Die sieben schwedischen Taucher machten den spektakulären Fund in dem Segelschiff-Wrack bereits am 6. Juli, hielten ihn aber zunächst geheim, weil sich noch mehr als 30 weitere Flaschen in dem Wrack befanden. Ekström nahm eine Champagnerflasche aus dem Wrack mit, um Aufschluss über die Epoche des Schiffes zu bekommen.

© sueddeutsche.de/AFP

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