bedeckt München 14°

Mathematik:Abel-Preis an Avi Wigderson und László Lovász verliehen

The Abel Prize Laureate 2021 Avi Wigderson_(c) Andrea Kane - Institute for Advanced Study, Princeton, NJ USA and The Abel Prize Laureate 2021 La´szlo´ Lova´sz_(c) Hungarian Academy of Sciences

Avi Wigderson (l) und László Lovász

(Foto: Andrea Kane/Institute for Advanced Study, Princeton, NJ USA; Hungarian Academy of Sciences)

Für ihre Beiträge zur theoretischen Informatik erhalten zwei Mathematiker eine der höchsten Auszeichnungen der Disziplin.

Der Abel-Preis für Mathematik wird dieses Jahr an den Ungarn László Lovász (Eötvös-Loránd-Universität, Budapest) sowie an den aus Israel stammenden Forscher Avi Wigderson (Princeton, USA) für ihre Beiträge zur theoretischen Informatik verliehen.

Zur Begründung hieß es von der Jury in Oslo, die beiden Mathematiker hätten "fundamentale Beiträge zum Verständnis von Zufälligkeit bei der Berechnung auf Computern und in der Erforschung der Grenzen effizienter Berechnungsmethoden" erarbeitet.

Theoretische Informatik beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen von Computern. Die Wurzeln der Disziplin reichen bis zu den Mathematikern Kurt Gödel, Alonzo Church, Alan Turing und John von Neumann zurück.

László Lovász wurde 1948 in Budapest geboren und gilt als Teil einer goldenen Generation ungarischer Mathematiker. Zusammen mit Arjen Lenstra und Hendrik Lenstra entwickelte Lovász den sogenannten LLL-Algorithmus. Dieser wird etwa von Kryptoanalytikern genutzt, um die Sicherheit von Verschlüsselungstechnik zu überprüfen. Er gilt auch als mögliche Basis für Verschlüsselungssysteme, die einem Angriff von Quantencomputern standhalten könnten. Der LLL-Algorithmus sei aber nur einer von Lovász' vielen "visionären Beiträgen", hob die Jury hervor. Der Mathematiker lehrt als Professor an der Budapester Eötvös-Loránd-Universität.

Der 1956 im israelischen Haifa geborene Avi Wigderson wird für "umfassende und tiefgreifende Beiträge zu allen Aspekten der Komplexität der Informatik" geehrt. Dabei geht es etwa um Algorithmen, die Zufallszahlen erzeugen. Wigderson ist seit 1999 am Institute for Advanced Study (IAS) an der US-Eliteuniversität Princeton beschäftigt.

Der Abel-Preis wird jährlich von der Norwegischen Akademie der Wissenschaften verliehen, er ist mit sechs Millionen Kronen (rund 600 000 Euro) dotiert. In seiner Bedeutung ist der Abel-Preis mit dem Nobelpreis vergleichbar, der für das Forschungsfeld der Mathematik nicht verliehen wird.

© SZ/cvei
Zur SZ-Startseite
NEW INTEL PENTIUM4 PROCESSOR

SZ PlusDigitale Revolution
:Grenzen des Wachstums

Laut der Grundregel von "Moore's Law" werden Computer immer schneller. Das stimmt immer noch, nur spielt es für die digitale Revolution keine Rolle mehr.

Von Ulrich Trottenberg

Lesen Sie mehr zum Thema