LHC bei Genf Teilchenbeschleuniger steht zwei Monate still

Nach einer Panne am Kühlsystem muss der größte Teilchenbeschleuniger der Welt repariert werden. Die Schäden seien schwerwiegender als zunächst vermutet.

Der größte Teilchenbeschleuniger der Welt muss wegen Reparaturarbeiten mindestens zwei Monate lang stillgelegt werden. Die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) erklärte am Samstag, die Schäden seien schwerwiegender als zunächst angenommen.

Sprecher James Gillies sagte, Experten seien in den Large Hadron Collider (LHC) gegangen, um die Probleme vor Ort zu untersuchen.

Der betroffene Sektor müsse für die Reparaturarbeiten erwärmt werden. Wegen einer fehlerhaften Elektroverbindung zwischen zwei Magneten entwich nach Angaben von Gillies kaltes Helium.

Die Forscher erhoffen sich von dem 27 Kilometer langen Tunnel bei Genf Antworten auf grundlegende Fragen nach der Entstehung und dem Aufbau des Universums. Im LHC werden Atomkerne nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und mit Magnetfeldern, die 100.000 Mal stärker sind als das irdische, auf eine Kreisbahn gezwungen.

Bei gezielten Zusammenstößen der energiereichen Kerne wollen die Physiker mit haushohen Nachweisgeräten unter anderem erkunden, was kurz nach dem Urknall geschah, woraus die rätselhafte Dunkle Materie besteht und warum Materie überhaupt eine Masse besitzt. Nach Angaben des CERN ist der LHC die größte Maschine, die Menschen je gebaut haben.