Leopoldina-Gutachten:Die Forscher haben zu viel gewollt

Lesezeit: 3 min

Haupteingang der Leopoldina in Halle Feier zur Amtsübergabe der Präsidentschaft und Übergabe der Amtskette durch Leopol

Haupteingang der Leopoldina in Halle (Saale).

(Foto: imago images/VIADATA)

Mit ihrem jüngsten Papier versucht die Nationale Akademie Leopoldina, alle nichtvirologischen Aspekte der Corona-Krise abzuhandeln. Dabei hat sie sich überhoben.

Kommentar von Patrick Illinger

Jahrhundertelang waren Wissenschaftsakademien in Deutschland ziemlich genau das, was die abgegriffene Metapher des "Elfenbeinturms" umschreibt: Abgeschieden von den Niederungen des Durchschnittsbildungsbürgertums konnten sich dort hochmögende Wissenschaftler der Selbstverherrlichung hingeben. Im Jahr 2008 entschied die deutsche Regierung, eine Nationalakademie zu erschaffen, mit mehr Realitätsnähe und beratender Funktion, nach dem Vorbild der angesehenen Académie des sciences oder der Royal Society in Großbritannien. Die Wahl fiel auf die älteste der bis dahin regionalen Akademien: die 1652 gegründete Leopoldina mit Sitz in Halle an der Saale.

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