Artensterben:Wo sind all die Bienen hin?

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Wildbiene

Wenn Wildbienen verschwinden, werden nicht nur weniger Blumen, sondern auch weniger Nutzpflanzen bestäubt.

(Foto: Stephanie Pilick/picture alliance)

Landwirte spüren bereits die Folgen des Insektensterbens. Ohne Wildbienen und andere Bestäuber landen weniger Äpfel, Kirschen und Heidelbeeren in den Supermarktregalen.

Von Julian Rodemann

"Mann der Arbeit, aufgewacht, und erkenne deine Macht, alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will", heißt es im Gründungslied des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, aus dem später die SPD hervorging. Was in den Fabrikhallen des 19. Jahrhunderts galt, scheint auch für die moderne Agrarindustrie Bedeutung zu haben: Bleiben fleißige Bienen den Anbauflächen fern, werden die Pollen nicht verteilt, Früchte reifen nicht heran, und die Erntemaschinen stehen genauso still wie die Dampfmaschinen vor 150 Jahren. Die fliegenden Proletarier der Felder treten allerdings nicht aus freien Stücken in den Generalstreik - es gibt schlicht immer weniger. Das Insektensterben hat die industrielle Landwirtschaft dabei größtenteils selbst zu verantworten; Dünger, Pestizide und der Verlust natürlicher Lebensräume haben die Bestände weltweit dezimiert.

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