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Kosmische Energie:Gute Aussichten für Polarlichter über Deutschland

A general view of the aurora borealis near the city of Tromsoe in northern Norway

Geomagnetischer Sturm: Ein Polarlicht über Tromsø in Norwegen (Bild von 2012).

(Foto: REUTERS)

Weil sich in der Atmosphäre der Sonne ein Loch gebildet hat, könnten in der Nacht bizarre Lichterscheinungen den Himmel erhellen.

In der Nacht vom 3. auf den 4. November könnten über Deutschland Polarlichter zu sehen sein. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist relativ hoch. Denn Polarlichter entstehen in Abhängigkeit von der Sonnenaktivität: Die Sonne ist mit elektrisch geladenen Teilchen umgeben, die in Bewegung sind und das Magnetfeld des Sterns verändern. Die Teilchen werden auch in Richtung Erde geschleudert. Wenn sie auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in der Erdatmosphäre treffen, entstehen in 80 bis 500 Kilometer Höhe über der Erde bizarre Lichteffekte in verschiedenen Farben und Formen. Ihr Aussehen verändert sich im Laufe der Nacht; die typischen geisterhaft tanzenden Bewegungen erscheinen gegen Mitternacht.

In den vergangenen Tagen hat sich in der die Sonne umgebenden Atmosphäre ein sogenanntes koronales Loch gebildet. Durch dieses Loch strömen gerade viele der geladenen Teilchen mit großer Geschwindigkeit Richtung Erde. Das US-amerikanische Space Weather Prediction Center der National Oceanic and Atmospheric Administration sprach von einem "starken geomagnetischen Sturm", für den 4. November ist er nur noch "mäßig" stark.

In der Regel leitet das Magnetfeld der Erde die Teilen ungefähr an den Nord- und an den Südpol. Bei sehr starken geomagnetischen Stürmen bilden sich die Polarlichter auch weiter von den Polen entfernt. Zuletzt waren im März Polarlichter über Deutschland zu sehen.

Das Internetforum polarlicht-vorhersage.de hält die Wahrscheinlichkeit für "hoch - sehr hoch" und aktualisiert ständig, ob Polarlichter zu sehen sind. Bereits in der Nacht auf Montag bestand die Hoffnung, dass über Deutschland Polarlichter zu beobachten sein würden; sie hat sich jedoch offenbar nicht erfüllt.

Sollte es in dieser Nacht klappen: Polarlichter sehen gespenstisch aus - gefährlich sind sie nicht.

Update: In der Nacht waren auch in Deutschland vereinzelt Polarlichter schwach sichtbar, einigen Fotografen gelangen Aufnahmen.

© SZ.de/ewid/chrb
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