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Klimawandel:Great-Barrier-Reef-Behörde stellt sich gegen Regierung

So lebendig sieht es längst nicht mehr überall am Great Barrier Reef aus - der Klimawandel hat dort bereits verheerende Auswirkungen.

(Foto: MATT CURNOCK/ James Cook University / AFP)
  • Die Behörde, die das Great Barrier Reef betreut, schlägt Alarm: Ohne drastische Maßnahmen gegen die Klimakrise ist das Riff nicht zu retten.
  • Damit stellt sich die Verwaltung des Weltnaturerbes offen gegen die australische Regierung.
  • Die aufeinander folgenden Bleichen der Jahre 2016 und 2017 haben den Korallen schwer zugesetzt.

Die australische Behörde, die das Great Barrier Reef verwaltet, stellt sich mit einem Appell zur Rettung des Korallenriffs gegen die eigene Regierung. "Nur die stärksten und schnellsten möglichen Maßnahmen" zur Verringerung der globalen Treibhausgas-Emissionen könnten die Auswirkungen der Erderwärmung auf das Riff begrenzen, heißt es in einem Papier der "Great Barrier Reef Marine Park Authority", die das Weltnaturerbe verwaltet.

Ein weiterer Verlust von Korallen sei "unvermeidlich", könne aber durch wirksamen Klimaschutz minimiert werden, schreibt die Behörde. Dazu sei eine "internationale und nationale" Antwort nötig - ein deutliches Signal an die australische Regierung. Unter dem kürzlich wiedergewählten konservativen Ministerpräsidenten Scott Morrison und seinem Vorgänger Malcolm Turnbull sind die Emissionen Australiens in den vergangenen vier Jahren stets gestiegen. Der Konservative Morrison gilt als Unterstützer der Kohleindustrie. Die im Rahmen des Pariser Abkommens zugesagten Ziele zur Emissionsminderung hat die Regierung bislang nicht gesetzlich verankert, daher dürfte Australien seine eigenen Klimaziele deutlich verfehlen.

Korallenbleichen setzen Riffen heute fünf Mal häufiger zu als noch vor einigen Jahrzehnten

Die Erderwärmung setzt dem 2300 Kilometer langen Riff an der Nordostküste Australiens bereits heute stark zu. 2016 und 2017 kam es zwei Jahre in Folge zu schweren Korallenbleichen. Dabei werden Algen abgestoßen, mit denen die Korallen symbiotisch zusammenleben, die Korallen verblassen und sterben anschließend häufig ab. 2016 gingen so etwa 30 Prozent aller Korallen im flachen Wasser des Riffs verloren. Die Bleiche von 2017 hat die Korallen weiter dezimiert. Laut einer Studie im Fachmagazin Science treten Korallenbleichen heute rund fünf Mal häufiger auf als noch vor einigen Jahrzehnten. In 25 Jahren könnten sie laut einer Prognose jährlich wiederkehren.

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Hinzu kommt die zunehmende Versauerung der Meere. Rund ein Drittel des weltweit ausgestoßenen Kohlendioxids nehmen die Meere auf, wodurch sie allmählich saurer werden. Das setzt den kalkhaltigen Skeletten der Korallen zu. Steigende Wassertemperaturen erschweren es den Organismen zusätzlich, sich an diese Veränderungen anzupassen. Wie stark die Temperaturen noch steigen werden, beeinflusse die Überlebenschancen des Great Barrier Reefs massiv, betont das Positionspapier der australischen Parkverwaltung.

Gelingt es, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen, könnte wohl zumindest ein Drittel der Korallen gerettet werden. Bei einer Erwärmung um zwei Grad würden vermutlich praktisch alle Korallen vernichtet. Das wäre kaum im Interesse der Australier: Das Riff lockt jedes Jahr mehr als zwei Millionen Touristen an.

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