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Zoologie:Die Kojoten kommen

Kojote in Costa Rica

Im zentralamerikanischen Costa Rica sind Kojoten bereits zu Hause. Erobern sie jetzt auch Südamerika?

(Foto: dpa)

Steppenwölfe stehen kurz vor der Eroberung Südamerikas. Der Mensch hat ihnen geholfen, sich von den Prärien des Nordens aus auszubreiten.

Kojoten sind ähnlich wie Menschen: anpassungsfähig, schlau und nicht sonderlich wählerisch, was das Futter angeht. Und wie Menschen haben sie offenbar einen großen Drang, sich auszubreiten. Jetzt stehen die Tiere, die aussehen wie kleine Wölfe und ursprünglich nur in der Prärie Nordamerikas vorkamen, offenbar kurz davor, Südamerika zu erobern (Journal of Mammalogy).

Der Studie zufolge unternehmen Kojoten immer häufiger Streifzüge in den Darién-Nationalpark im Südosten Panamas. Im Zeitraum von 2015 bis 2018 haben die Tiere ihr Territorium um etwa 200 Kilometer nach Süden ausgeweitet, schreiben die Autoren um den Zoologen Roland Kays von der North Carolina State University. Das belegen zahlreiche Aufnahmen von Kamerafallen, die die Wissenschaftler für ihre Untersuchung aufgestellt haben.

In den USA leben Kojoten sogar in Städten und suchen in Mülltonnen nach Futter

Wenn die Kojoten es schaffen, dieses Gebiet zu durchqueren, kommen sie auf der anderen Seite in Kolumbien heraus. Das ist allerdings keine leichte Aufgabe, denn im Dschungel des Darién gibt es noch Jaguare und Pumas, große Raubtiere, die die Kojoten fürchten und meiden. Am Darién-Gap, dem Übergang von Mittel- nach Südamerika, werden auch menschliche Reisende gestoppt, weil die Panamericana dort im Nirgendwo endet.

Die Kojoten könnten es aber schaffen, denn die Menschen helfen ihnen dabei. Sie erschließen und roden den Urwald und dringen immer weiter in den Lebensraum von Jaguaren und Pumas vor. Und was schlecht für seine Feinde ist, ist gut für den Kojoten, der zudem keine Angst vor Menschen hat. Das zeigte schon die Ausbreitung dieser Tiere innerhalb der USA, bei der die Kojoten davon profitierten, dass der Mensch den Wolf gejagt und stark dezimiert hat. In den USA leben Kojoten mittlerweile sogar in Städten und suchen in den Mülltonnen nach Fressbarem.

Was die Eroberung Südamerikas durch die Kojoten für die dort heimischen Lebewesen bedeuten würde, ist nicht ganz klar. Erfahrungen aus den USA zeigen, dass im Verbreitungsgebiet dieser Tiere die Bestände kleinerer Raubtiere wie Waschbären und Opossums zurückgehen. Auf Vögel und andere Tiere, die von der Beute des Kojoten gefressen werden, wirkt sich die Anwesenheit der Steppenwölfe dagegen positiv aus.

© SZ vom 29.01.2020/fehu
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