Königspinguine Massenschwund auf der Pinguin-Insel

Königspinguine brüten in großen Kolonien.

(Foto: imago stock&people)
  • Die größte Königspinguin-Kolonie der Welt ist seit den 1980er Jahren um 88 Prozent geschrumpft.
  • Biologen diskutieren mehrere Ursachen, darunter Nahrungsmangel, Krankheitserreger oder das Wetterphänomen El Niño.
  • Auch der Klimawandel macht Pinguinen zu schaffen, die Erderwärmung drängt die Tiere immer mehr Richtung Südpol.
Von Stephanie Göing

Einst beheimatete die Île aux Cochons die weltweit größte Kolonie von Königspinguinen. Doch mittlerweile ist nur noch ein Bruchteil des einstigen Bestandes übrig, berichten französische Biologen.

Auf der kargen Insel im südlichen Indischen Ozean brüteten in den 1980er Jahren noch etwa eine halbe Million Pinguinpaare. Gegenwärtig seien es nur noch etwa 60 000, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Antarctic Science. Das ist ein Rückgang von 88 Prozent. Um die Größe der Kolonie zu bestimmen, wertete das Team um Henri Weimerskirch Satellitenbilder und Luftaufnahmen der Insel aus. Da sich alle Tiere während der Brutzeit im Januar stets in einem bekannten flachen Areal aufhalten, lässt sich ihre Anzahl gut abschätzen.

Der Grund für die massive Verkleinerung der Königspinguin-Kolonie sei unklar, schreiben die Forscher. Sie nennen mehrere Hypothesen: Krankheitserreger oder Beutetiere könnten die Pinguine dezimiert haben, oder die Tiere hätten sich eine andere Brutstätte gesucht.

Der Bestand der Königspinguine schrumpft weiter

Auch Nahrungsknappheit aufgrund eines starken El Niño sei denkbar. Durch das Wetterphänomen heizt sich vor allem der Pazifische Ozean auf, dadurch kommt es zu einem Massensterben von Meereslebewesen. Vor 20 Jahren beobachtete man einen besonders starken El Niño, die Forscher vermuten, dass dieser auch das Nahrungsangebot auf der Île aux Cochons beeinflusst haben könnte.

Doch keine der Theorien erkläre wirklich überzeugend einen derart großen Rückgang, so die Wissenschaftler. Besorgniserregend sei, dass der Trend anhalte und die Zahl der Pinguine in der Kolonie noch weiter abnehme.

Insgesamt gibt es etwa 1,6 Millionen Königspinguine auf der Erde. Erst im März hatte ein Forscherteam berichtet, dass der Klimawandel die Vögel bedroht und sie immer weiter Richtung Südpol drängt. Die Tiere sind nach den Kaiserpinguinen die größten Pinguine der Welt.

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