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Klimawandel:So heiß war es in Europa noch nie

Hitze: Trockenes Rheinufer im Sommer 2019

Aufgrund von Hitze und wenig Niederschlägen führten Flüsse wie der Rhein 2019 Niedrigwasser

(Foto: picture alliance / dpa)
  • 2019 erlebte Europa das wärmste jemals gemessene Kalenderjahr.
  • Das gab der Copernicus-Klimawandeldienst C3S bekannt.
  • Nahezu alle Landmassen verzeichneten ungewöhnlich hohe Temperaturen.

Europa hat 2019 das wärmste je aufgezeichnete Kalenderjahr erlebt, knapp vor den Jahren 2014, 2015 und 2018. Das gab der Copernicus-Klimawandeldienst C3S der Europäischen Union am Mittwoch bekannt. Global betrachtet war 2019 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die letzten fünf Jahre nehmen demnach die Plätze 1 bis 5 der wärmsten Jahre ein. 2019 lag die globale Durchschnittstemperatur der Luft an der Erdoberfläche dabei nur 0,04 Grad Celsius niedriger als 2016, dem bislang heißesten Jahr. Die mittleren Temperaturen der letzten fünf Jahre lagen zwischen 1,1 und 1,2 Grad über dem vorindustriellen Niveau - die Erde hat sich im Vergleich zur Mitte des 19. Jahrhunderts also bereits um mehr als ein Grad erwärmt.

Neue Hitzerekorde in Deutschland und Frankreich

Die Messungen des Erdbeobachtungsdienstes Copernicus zeigen zudem, dass die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid (CO₂) in der Atmosphäre weiter zunimmt. Sie erhöhte sich um 2,5 ppm (Parts per Million, CO₂-Moleküle pro eine Million Luftteilchen) auf den Stand von rund 412 ppm im Dezember.

Nahezu alle Landmassen waren überdurchschnittlich warm, vor allem Ost- und Südeuropa, Südafrika und Australien. Auch Alaska sowie weite Teile der Arktis verzeichneten ungewöhnlich hohe Temperaturen.

Große Teile Europas erlebten im Juni und Juli massive Hitzewellen, in Deutschland wurde im Juni ein neuer Temperaturrekord von 42,6 Grad erreicht. In Südwestfrankreich wurden am 28. Juni gar 45,9 Grad gemessen - "eine Temperatur, wie man sie im August aus Furnace Creek, Death Valley kennt", wie der französische Wetterdienst kommentierte.

© SZ.de/cvei/hach
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