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Klimawandel in Deutschland:"Die Wälder werden sich verändern"

Darüber hinaus erhöhten mildere Winter die Gefahr von Schädlingsbefall. Dies habe bereits der Winter 2006/2007 gezeigt, der als wärmster Winter seit 130 Jahren in die Geschichte einging und eine schwere Blattlausplage zur Folge hatte.

Eine Zunahme an Schädlingen wie Borkenkäfern und Pilzen werde auch für den deutschen Wald weitgehende Folgen haben. Man rechne damit, dass sich die Waldbesitzer gegen kritische Witterungseinflüsse und den Klimawandel schützen, indem sie Fichten durch robustere Douglasien und Roteichen sowie für Schädlinge besonders anfällig Monokulturen durch widerstandsfähigeren Mischwald ersetzen. "Wer Anblick unserer Wälder", so ihr Schluss, "wird sich in diesem Jahrhundert deutlich verändern."

Auch für Europa insgesamt rechnen die Experten mit regional sehr unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels. So können man "ziemlich sicher heute schon sagen, dass die nordeuropäische Landwirtschaft zu den Profiteuren des Klimawandels gehören wird. Der Temperaturanstieg wird dort die Anbaumöglichkeiten stark erweitern."

Anders sieht es für die südeuropäischen und vermutlich auch die südosteuropäischen Bauern aus. Sie werden mit weniger Niederschlägen auskommen müssen.

Temperaturanstieg um zwei bis vier Grad

Bis zum Ende des Jahrhunderts rechnen die Klimaforscher mit einem weltweiten Temperaturanstieg um zwei bis vier Grad. Erst gestern hatte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ebenfalls gewarnt, dass mit einer globalen Erwärmung um etwa 3,5 Grad zu rechnen ist, wenn keine weitreichenden Maßnahmen ergriffen werden, um den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern.

Der Deutsche Wetterdienst hat einen "Klimaatlas Deutschland" ins Internet gestellt. Der Atlas verknüpft aktuelle Klimadaten mit den Mittelwerten der Vergangenheit und den Projektionen der Klimaforschung bis zum Jahr 2100.