Klimawandel Forscher warnen vor "Heißzeit"

Einer der Leidtragenden des Klimawandels: Ein Eisbär in der kanadischen Arktis.

(Foto: dpa)
  • Selbst wenn das Unter-zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens eingehalten würde, könnte sich der Klimawandel immer weiter verstärken.
  • Das geht aus einer Studie von internationalen Wissenschaftlern hervor, die nun veröffentlicht wurde.
  • Demnach gibt es sogenannte "Kippelemente", die unter bestimmten Voraussetzungen eine Kettenreaktion von steigenden Temperaturen in Gang setzen könnten.

Forscher haben vor einer "Heißzeit" auf der Erde gewarnt - selbst im Fall eines Einhaltens des Pariser Klimaabkommens. Bei einem solchen Szenario würde sich die Erde um vier bis fünf Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erwärmen, heißt es in einer im US-Fachblatt Proceedings of the National Academy of Scienes (PNAS) veröffentlichten Studie, an der auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) mitgewirkt hat. Das 2015 geschlossene Pariser Klimaschutzabkommen sieht eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad vor.

Die Wissenschaftler verweisen in ihrer Studie auf zehn Aspekte des "Erdsystems", die von bislang "neutral" oder "hilfreich" zu "schädlich" kippen könnten. Dabei würden künftig mehr CO₂ und Methan in die Atmosphäre abgegeben werden als durch jegliche menschliche Aktivität zusammengenommen. Die Folgen seien nicht nur steigende Temperaturen, sondern auch ein Anstieg des Meeresspiegels um zehn bis 60 Meter.

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"Eine Welt, die anders ist, als alles, was wir kennen"

"Der Mensch hat als geologische Kraft bereits seine Spuren im Erdsystem hinterlassen", sagte Mitautor und PIK-Gründungsdirektor Hans Joachim Schellnhuber. "Werden dadurch empfindliche Elemente des Erdsystems gekippt, könnte sich die Erwärmung durch Rückkoppelungseffekte selbst weiter verstärken. Das Ergebnis wäre eine Welt, die anders ist, als alles, was wir kennen", ergänzte er. "Die Forschung muss sich daran machen, dieses Risiko schnellstmöglich besser abzuschätzen."

Zu den Faktoren, welche die Entwicklung vorantreiben, zählen den Forschern zufolge unter anderem die auftauenden Permafrostböden in Russland, Kanada und Nordeuropa, die Eisschmelze in der Antarktis und das Regenwaldsterben. Alle diese Prozesse seien miteinander verbunden und der Zusammenbruch des einen könne den eines anderen auslösen.

Nach Angaben der Autoren könnte es schwieriger werden als bislang angenommen, die globale Erwärmung wie im Pariser Klimaabkommen vereinbart zwischen 1,5 und unter zwei Grad Celsius zu stoppen. Man könne sich nicht darauf verlassen, dass das Erdsystem bei dieser Erwärmung langfristig und sicher "geparkt" werden könne. Und selbst wenn das gelinge, könne der Selbstverstärkungsprozess der Erderwärmung in Gang gesetzt werden, warnen die Wissenschaftler.

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