Klimawandel:Stabilisierung erst in Jahrhunderten

Zu ganz ähnlichen Ergebnissen wie ihre US-Kollegen kommen jetzt Wissenschaftler des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie. Die Forscher haben im Rahmen des EU-Projekts "Ensembles" versucht, möglichst zuverlässige Genzewerte für die Emissionen zu ermitteln, mit denen sich ein Anstieg der globalen Erwärmung auf maximal zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau (1860 bis 1880) beschränken lässt.

Kohlendioxid MPI 2010

Der Verlauf der von MPI-Wissenschaftlern berechneten Kohlendioxid-Emissionen (links) und die zeitliche Entwicklung der globalen Jahresmitteltemperatur (rechts). Nach dem Anstieg bis zu etwa zehn Milliarden Tonnen Kohlenstoff (GtC) im Jahre 2015 folgt eine Abnahme auf 4,5 GtC im Jahr 2050. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts müssen die fossilen Kohlendioxid-Emissionen gegen Null gehen, um eine langfristige Stabilisierung der atmosphärischen Kohlendioxid-Konzentration zu erreichen. Die schwarzen Kurven geben die Beobachtungen wieder. (Die Temperatur-Annomalien beziehen sich auf den Referenzzeitraum 1860 bis 1880.)

(Foto: MPI für Meteorologie)

In ihrer Pilotstudie legten die Fachleute um Erich Roeckner einen Anstieg der erlaubten Kohlendioxid-Emission von etwa sieben Milliarden Tonnen Kohlenstoff im Jahr 2000 auf einen Maximalwert von etwa zehn Milliarden Tonnen Kohlenstoff im Jahr 2015 zugrunde.

Danach wäre es notwendig, den Ausstoß bis zum Jahr 2050 um 56 Prozent und bis zum Jahr 2100 um fast 100 Prozent zu verringern, um die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre zu stabilisieren.

Damit würde zwar der globale Anstieg der Temperatur bis zu diesem Zeitpunkt unterhalb den angestrebten zwei Grad bleiben, stellen die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Climate Chance fest.

Längerfristig erwarten die Forscher allerdings eine weitere Erwärmung. "Es wird Jahrhunderte dauern, bis sich das globale Klimasystem stabilisiert hat", bestätigt Roeckner die Befürchtungen der amerikanischen Experten.

© sueddeutsche.de/Markus C. Schulte von Drach/aho
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