Klimafreitag:Das Kreuz mit dem Kreuz

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Das Portal "Dein Wal" hilft bei der Wahlentscheidung, der Pottwal vor Neuseeland sieht aber besser aus.

(Foto: Mark Brownlow/imago stock&people/imago/Bluegreen Pictures)

Falls Sie noch nicht wissen, wen oder was Sie am kommenden Sonntag wählen sollen: hier nochmal vier Hilfswerkzeuge zur Meinungsbildung.

Von Alex Rühle

Ich will Sie hier zwei Tage vor der Wahl gar nicht mit meinen Weltuntergangsvisionen belästigen, sondern nur denen, die noch zögern, wen sie wählen sollen, kurz vier Werkzeuge an die Hand geben.

Den Wahlomaten der Bundeszentrale für politische Bildung kennen Sie bestimmt, aber es lohnt sich doch immer wieder zu schauen, wo man mit welcher Partie übereinstimmt beziehungsweise über Kreuz liegt.

Dasselbe fürs Tinder-Zeitalter gibt es beim Wahl-Swiper, man kann nur ja oder nein ankreu... - nein, eben nicht, man wischt nach rechts und links und weiß danach, wer der oder die Auserwählte... naja, man sieht schon an den schiefen Formulierungen, vielleicht sind Liebe und Sex doch was Anderes als Politik.

Interessanter fand ich "DeinWal". Hier zählt nicht, was die Parteien in ihren Wahlprogrammen behaupten und versprechen, sondern nur, wie sie zu verschiedenen Themen tatsächlich abgestimmt und was sie konkret unternommen haben. Die Fragen beruhen auf echten Abstimmungen der letzten Legislaturperiode.

Wer keine Lust auf solches Geklicke hat: Mein Kollege Michael Bauchmüller hat nochmal untersucht, was die Wähler in Sachen Klima von den verschiedenen Parteien zu erwarten haben. Spoiler: Die AfD will dem Klimawandel "positiv begegnen" und hält alle Klimaziele und -abkommen für Unsinn. Bauchmüller geht die wichtigen Themen durch, Wohnen, Strom, Industrie, Mobilität. Spannend zu sehen, dass plötzlich alle die Bahn ausbauen wollen, nachdem 40 Jahre wirklich alles dafür getan wurde, die Bundesbahn kaputtzumachen.

Interessant ist zuletzt noch die Podcast-Folge der Reihe "Das Thema", in dem Michael Bauchmüller und Marlene Weiß die Klimaprogramme der verschiedenen Parteien diskutieren. (Wussten Sie das? Die Linke, die den Klimaschutz als Gerechtigkeitsfrage sieht, überholt die Grünen plötzlich inhaltlich weit. Fragt sich freilich, wie sie das alles umsetzen würde, was sie jetzt verspricht und fordert).

Was auch immer Sie denken, was auch immer rauskommt: Gehen Sie wählen.

(Dieser Text stammt aus dem wöchentlichen Newsletter Klimafreitag, den Sie hier kostenfrei bestellen können.)

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